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16.07.2015

15:04 Uhr

#Merkelstreichelt

Auf allen Seiten nur Hilflosigkeit

VonDésirée Linde

Angela Merkel misslingt es, ein Mädchen zu trösten, dem die Abschiebung droht. Dafür bekommt die Kanzlerin viel Kritik und Häme ab. Dabei offenbart die Szene ein viel größeres Problem. Ein Kommentar.

Die Kanzlerin versuchte, den Jugendlichen die Flüchtlingspolitik zu erklären. dpa

Merkel im Dialog mit Jugendlichen

Die Kanzlerin versuchte, den Jugendlichen die Flüchtlingspolitik zu erklären.

Die Kanzlerin hätte es besser machen können. Besser aus Sicht von Kommunikationsstrategen und Rhetoriktrainern. Sie hätte andere Worte und Gesten wählen können, sie hätte sagen können, dass sie den Fall noch einmal prüfen lässt und möglicherweise ja gar keine Abschiebung droht. Dann wären die Kameras ausgeschaltet worden und die Sache wäre, vermutlich, im Sande verlaufen.

Aber Angela Merkel tut das nicht. Sie reagiert ehrlich – und das ist gut. Denn das Verhalten der Kanzlerin auf ein weinendes libanesisches Mädchen offenbart das ganze Dilemma der Flüchtlingspolitik in weniger als drei Minuten. Was ihr bleibt: Politikersprech und Rückentätscheln.

Das Ganze spielte sich in einem Bürgerdialog zwischen der Kanzlerin und 29 Schülern in Rostock ab. Eine der Jugendlichen ist Reem. Sie ist mit ihrer Familie aus dem Libanon geflüchtet und lebt seit vier Jahren in Rostock. Nun droht ihrer Familie die Abschiebung. „Ich habe ja auch Ziele wie jeder andere. Ich möchte studieren. Es ist wirklich ein Wunsch und ein Ziel, das ich gerne schaffen möchte“, erklärt die Schülerin der Kanzlerin.

#MerkelStreichelt

Wie Merkel das weinende Mädchen tröstete

#MerkelStreichelt: Wie Merkel das weinende Mädchen tröstete

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Demaskierend hilflos wirkt Merkels Reaktion darauf, sie spricht zu dem Kind wie zu einem Erwachsenen: „Ich verstehe das“, entgegnet sie zwar, aber: „Manchmal ist Politik auch hart.“ Die Schülerin sei „ja ein sympathischer Mensch“, aber es könnten nicht alle Flüchtlinge nach Deutschland kommen und „es werden manche auch wieder zurückkehren müssen“. Der Subtext, der beim Mädchen ankommt: Du wirst wohl zurückkehren müssen.

Dann die Tränen, Merkels misslungener Versuch zu trösten und die Tatsache, dass die Kanzlerin offenbar verkennt, dass dieses Mädchen nicht weint, weil es glaubt, ihre Sache vor den Fernsehkameras schlecht gemacht zu haben.

#MerkelStreichelt: Die Kanzlerin und das Flüchtlingsmädchen

#MerkelStreichelt

Die Kanzlerin und das Flüchtlingsmädchen

Als ein libanesisches Mädchen bei einem Treffen mit der Kanzlerin weint, weil sie Angst vor der Abschiebung hat, will Angela Merkel tröstende Worte finden. Doch der Versuch misslingt – findet die Twitter-Gemeinde.

Dass Merkel jetzt ein Mangel an Empathie vorgeworfen wird, ist wohlfeil. Vor allem aber greift dieser Vorwurf zu kurz. Ihre fast schon grotesk distanziert wirkenden Worte haben eines sehr viel deutlicher brachgelegt: Wie hilflos Europa – und wenn man es größer betrachtet – die ganze reiche Nordhalbkugel angesichts der Flüchtlingsströme ist, die Krisen, Kriege, Hunger und Elend produzieren. Der Kontrast zwischen Politik und Realität wurde selten deutlicher.

Die Begegnung zwischen der Kanzlerin und dem palästinensischen Mädchen: Sie ist ein Zeugnis der Hilflosigkeit – auf beiden Seiten.

Kommentare (23)

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16.07.2015, 15:22 Uhr

Die Merkel ist keine regierende Kanzlerin, sondern eine Marrionette, die von Lobbygruppen ferngesteuert wird. Das einzige was diese Marrionetten Kanzlerin machen muss....an der Macht bleiben für die Lobbygruppen, die unser Land und unseren Wohstand vernichten wollen. Diese Mutti-Imagepflege dient nur einer Sache....diese Lobbygruppen weiter an der politischen Macht zu halten.
Wer eine alternative und Gesellschaftsfreundliche Politik in Deutschland haben will, der sollte sich überlegen, ob die Mutti-Union noch die richtige alternative dazu ist oder ob man doch eher die AfD wählen sollte.
Auf jeden Fall sollte nachher keiner sagen....wir hätten in Deutschland ja KEINE "Alternative" zu dieser wertevernichtenden und alternativlosen Mutti-Unionsmerkel gehabt. Danke!

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Markus Bullowski

16.07.2015, 15:28 Uhr

Jedes Einzelschicksal ist traurig, aber wenn in der Summe jährlich eine komplette Großstadt aus der 3. Welt nach Deutschland umsiedeln möchte, kommt man um eine harte Linie nicht herum. Auch deshalb, weil die 3. Welt ständig neue Verzweifelte (durch Bevölkerungszuwachs, Religion und Kriege) produziert.

Was man aber tun könnte wäre, die Asylverfahren zu beschleunigen und Menschen ohne Aussicht auf Asyl sofort auszuweisen (besser: direkt an der Grenze abweisen). Dann kommt man auch nicht in die Situation, eine Familie nach 4 Jahren Deutschland wieder zurückschicken zu müssen.

Herr Hans Mayer

16.07.2015, 15:29 Uhr

Wenn die Leute abgeschoben werden hat ein Gericht festgestellt das sie kein Asyl brauchen, sondern als Wirtschaftsreisende unterwegs sind. Wir haben Gesetze die in solchen Fällen eine Abschiebung vorsehen,

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