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30.07.2017

17:10 Uhr

Messerattacke in Hamburg

Rufe nach schärferer Abschiebepraxis

Die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber wurde bereits vereinfacht. Doch das Versagen der Hamburger Behörden entfacht die Debatte neu. Jetzt überschlagen sich die Forderungen nach einer härteren Gangart.

Messerattacke von Hamburg

Täter war als Islamist bekannt

Messerattacke von Hamburg: „Der Täter war uns als Islamist bekannt“

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HamburgNach der blutigen Messerattacke eines ausreisepflichtigen Asylbewerbers in Hamburg wird der Ruf nach einer schärferen Abschiebepraxis wieder lauter. Der 26-Jährige war den Landesbehörden als Islamist bekannt, wurde aber als nicht unmittelbar gefährlich eingestuft. Staatsanwaltschaft und Polizei versuchen weiter, Motiv und Hintergründe der Tat aufzuklären, bei der am Freitag ein 50-jähriger Mann getötet und sieben weitere Menschen verletzt wurden. Gegen den Palästinenser, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren wurde, erging Haftbefehl wegen des Verdachts auf vollendeten Mord sowie fünffachen versuchten Mord.

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) sagte, es müsse nun geprüft werden, ob die Behörden allen Hinweisen auf eine mögliche Gefährlichkeit des Täters angemessen nachgegangen seien. Es habe Anzeichen für eine Radikalisierung gegeben.

Die Fakten zu der Attacke

Die Tat

Um 15.10 Uhr betritt ein Mann einen Supermarkt an der Fuhlsbütteler Straße in Hamburg-Barmbek. Er greift sich ein Messer aus einem Regal, packt es aus und greift Kunden an.

Der Täter

Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei ihm um einen 26-jährigen abgelehnten Asylbewerber, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren wurde. Er war im März 2015 über Norwegen nach Deutschland eingereist. Er lebte in einer Flüchtlingsunterkunft im Norden Hamburgs im Stadtteil Langenhorn. Er war ausreisepflichtig, konnte aber wegen fehlender Papiere bislang nicht abgeschoben werden.

Die Opfer

Ein 50-Jähriger Mann erleidet tödliche Verletzungen. Eine 50-jährige Frau und vier Männer im Alter von 19, 56, 57 und 64 Jahren werden ebenfalls durch Messerstiche zum Teil schwer verletzt. Ein 35-Jähriger wird zudem verletzt, als er hilft den Täter zu stellen. Einen Tag nach der Tat waren alle außer Lebensgefahr.

Der Tatort

Ein Supermarkt an der Fuhlsbütteler Straße im Stadtteil Barmbek, wenige Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums. Die „Fuhle“ ist eine belebte Einkaufstraße mit vielen kleinen Geschäften, Backshops, Imbissen, Drogerie- und Supermärkten.

Die Erkenntnisse der Behörden

Der Mann war den Behörden als Islamist bekannt, nicht aber als sogenannter Gefährder. Es gab Hinweise auf eine Radikalisierung und gleichzeitig auf psychische Labilität. Nach den Erkenntnissen der Ermittler handelte der Mann allein.

Die Tatwaffe

Ein großes Küchenmesser. Das Messer mit einer etwa 20 Zentimeter langen Klinge nahm sich der Täter in dem Supermarkt aus einem Regal und riss es aus der Verpackung. Anschließend stach er auf sein erstes Opfer ein - einen 50-Jährigen, der an seinen schweren Verletzungen starb.

Das Motiv

Der Hintergrund liegt für die Fahnder noch im Dunkeln. Es gab einerseits Hinweise auf eine Radikalisierung und islamistische Motive. Auf der anderen Seite haben die Behörden in der Vergangenheit auch Hinweise auf psychische Probleme des Mannes erhalten. Die Fahnder gehen von einer Gemengelage aus, wobei noch nicht geklärt ist, was den Ausschlag für die Bluttat gegeben hat.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte der „Bild am Sonntag“, der „verfahrenstechnische Teufelskreis“ müsse beendet werden. „Wenn eine Radikalisierung bekannt ist, müssen solche Personen aus dem Verkehr gezogen und festgesetzt werden, bevor sie Taten begehen.“ Der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka argumentierte in der „Heilbronner Stimme“: „Auch wenn die konkreten Umstände noch unklar sind, stellt sich die Frage, warum der Mann nicht in Abschiebehaft saß.“

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Mann stirbt bei Messerangriff:  „Da läuft einer rum und sticht die Leute ab“ – Attacke in Hamburger Supermarkt

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In der „Welt am Sonntag“ sagte Lischka, dass auf „besonders kooperationsunwillige Herkunftsländer auch wirtschaftlicher Druck ausgeübt werden muss, um Rückführungen ihrer Staatsbürger zu ermöglichen“. Im konkreten Fall müsse geprüft werden, ob die verantwortlichen Behörden „alle ihnen gesetzlich zustehenden Instrumentarien genutzt haben, um die Handlungsspielräume des Attentäters einzuschränken“, zum Beispiel Meldeauflagen, Aufenthaltsbeschränkungen oder auch das Mittel der Abschiebehaft.

Kommentare (4)

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Herr Günther Schemutat

31.07.2017, 08:31 Uhr

Da in ROT/GRÜN regierten Ländern die Abschiebungen fast eingestellt werden ist der Ruf nach Abschiebung natürlich nur ein kurzer Witz. Der Täter kam übrigens über Spanien nach Norwegen und von da nach Deutschland. Wer aus diesen beiden Bürgerkriegsländern kommt kann nicht abgeschoben werden und nach Norwegen wieder zurück schicken , wäre ja dann unmenschlich. Daher durfte
der Asylant nach Hamburg wo Bürgerkriegsähnliche Zustände und Gewaltkriminalität zu Haus sind. Im Heim große Langeweile zum zweiten Mal abgeschoben . Die Politik sonnt sich als Gutmenschen und dann wie auch bei Terroropfern werden die Menschen im Stich gelassen.

Der Innensenator Grote mittlerweile bekannt, zeigt die Hamburger Arroganz der Regierenden in den Medien ganz deutlich und kommt an BM Scholz dicht ran.

Die Jungs die den Täter stellten nennen sich ja Hamburger Jungs und sind im Barmbeker Viertel bekannt überwiegend Migranten . Sie haben gezeigt wie man mit
Tätern umgeht und in Hamburg kann es sein, wenn der Täter sie wegen Körperverletzung anzeigt, sie vor Gericht müssen.

Am Ende kann man sagen alles was die Politik anstellt um das Asylproblem in den Griff zu bekommen um so schlimmer wird es.

Da war es große Erleichterung als in Konstanz festgestellt wurde , das der Täter keine Asylant und IS Kämpfer war , sondern nur ein Krimineller Kurde.

Einer von uns integriert.

Herr Peter Spiegel

31.07.2017, 09:19 Uhr

Der Asylant war in Hamburg doch gut aufgehoben, die Zustände in dieser No-Go-Area vermittelten doch mit Sicherheit Heimatgefühle. Er konnte folglich nicht abgeschoben werden.

Herr Karl Gross

31.07.2017, 09:57 Uhr

Gebt Ihm im Kanzleramt ab. Dort hat er Platz. Frau Merkel hat ja keine Probleme mit Leuten die ohne Pass und illegal in Deutschland einreisen.

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