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10.05.2012

19:34 Uhr

Metall-Tarifverhandlungen

Expertenkommission soll die Einigung bringen

Stillstand im Tarifkampf: Die Tarifverhandlungen in der Metallindustrie wurden nach zweieinhalb Stunden erfolglos vertagt. Die IG Metall will ihre Streiks ausweiten. Die Arbeitgeber hoffen nun auf die Expertenkommission.

Streiken für bessere Bezahlung: Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn für die Arbeiter in der Metall-Industrie, die Arbeitgeber boten drei Prozent an. dpa

Streiken für bessere Bezahlung: Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn für die Arbeiter in der Metall-Industrie, die Arbeitgeber boten drei Prozent an.

MünchenIm Tarifkampf in der deutschen Metall- und Elektroindustrie läuft alles auf eine Entscheidung in Baden-Württemberg zu. In Bayern wurden die Verhandlungen am Donnerstag erfolglos vertagt. Mit Warnstreiks machten nach Gewerkschaftsangaben fast 90 000 Metaller Druck. Schwerpunkt der Aktionen waren der Freistaat und Norddeutschland.

Nur zweieinhalb Stunden dauerten am Donnerstag die Verhandlungen für die 755 000 Beschäftigten der bayerischen Metallindustrie. Arbeitgeber-Verhandlungsführerin Angelique Renkhoff-Mücke sagte, sie setze nun auf den Erfolg der baden-württembergischen Expertenkommission, die sich aus Vertretern von Südwestmetall und der IG Metall zusammensetzt. „Die Expertenkommission wird jetzt gemeinsame Zielsetzungen zu den Themen Zeitarbeit und Übernahme von Ausgebildeten ausarbeiten, damit die Verhandlungen nächste Woche in Baden-Württemberg zügig vorangehen können.“ Auf Arbeitgeberseite sei auch die bayerische Metallindustrie an der Ausarbeitung der gemeinschaftlichen Zielvorstellungen beteiligt.

Für das Scheitern der vierten Verhandlungsrunde gaben sich Arbeitgeber und IG Metall gegenseitig die Schuld und warfen sich vor, sich nicht bewegt zu haben. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und die Einschränkung der Leiharbeit. Die Arbeitgeber bieten 3,0 Prozent und fordern mehr Flexibilisierung.

Bei BMW, MAN, dem Triebwerkshersteller MTU und anderen Betrieben in Bayern nahmen am Donnerstag annähernd 30 000 Metaller an Protestaktionen teil. Am Freitag will die Gewerkschaft die Warnstreiks im Freistaat noch verschärfen. Beim „Küstenaktionstag“ in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen legten rund 33 000 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Nordmetall-Pressesprecher Peter Haas sprach von einer „Belastung des Vertrauensverhältnisses“. Es sei mit der IG Metall Küste vereinbart worden, nach Einsetzung der Expertenkommission in Baden-Württemberg die Ergebnisse der dortigen Gespräche abzuwarten. Bei Porsche in Stuttgart und anderen Betrieben in Baden-Württemberg demonstrierten 7500 Beschäftigte für ihre Forderung, in Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland insgesamt 8800, wie die IG Metall mitteilte.

Von

dpa

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