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16.01.2006

09:29 Uhr

Metall- und Elektroindustrie

Tarifrunde für mehr Jobs

In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie drängt Gesamtmetall-Chef Kannegiesser auf neue betriebliche Klauseln. Neue Differenzierungen zwischen den Betrieben sollen für mehr Arbeitsplätze in der Branche sorgen.

dc BERLIN. Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie bietet nach Ansicht des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall gute Chancen, mehr Arbeitsplätze in der Branche zu schaffen. Voraussetzung sei ein Tarifabschluss mit neuen Differenzierungen zwischen den Betrieben. „Wenn uns das gelingt, bin ich überzeugt, dass wir den negativen Beschäftigungstrend in diesem Jahr umkehren können“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser dem Handelsblatt. Eine Lohnforderung der IG Metall von fünf Prozent sei jedoch ein völlig falsches Signal.

Im abgelaufenen Jahr war die Zahl der Metall-Beschäftigten um rund 50 000 auf knapp 3,4 Millionen gefallen. 2002 waren es noch 3,55 Millionen. Entscheidend für eine Trendwende sei ein glaubwürdiges Zeichen für die Unternehmen, dass Deutschland als Standort eine gute Basis biete, betonte Kannegiesser. „Dazu müssen wir in dieser Tarifrunde eine weitere betriebliche Komponente vereinbaren.“

Die Verhandlungen in der Metallindustrie, die als Schlüsselbranche der deutschen Wirtschaft gilt, beginnen im Februar. Diese Woche legt der IG-Metall-Vorstand endgültig seine Marschroute fest. Bereits in den vergangenen Tagen hatten etliche Gewerkschaftsbezirke Lohnforderungen von fünf Prozent beschlossen, darunter am Freitag der wichtige Bezirk Nordrhein-Westfalen. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Metall NRW, Michael Jäger, warnte vor „katastrophalen Auswirkungen“ einer solchen Steigerung auf den Arbeitsmarkt.

Mögliche Details einer differenzierten Tarifregelung nannte Gesamtmetall-Chef Kannegiesser nicht. In der Diskussion sind etwa tarifliche Einmalzahlungen, die je nach Ertragslage eines Unternehmens gekürzt oder verschoben werden können. Mit dem Tarifabschluss 2004 hatten IG Metall und Arbeitgeber erstmals eine Öffnungsklausel vereinbart, nach der Betriebe unter definierten Bedingungen vom Flächentarif abweichen können. In der IG Metall gibt es jedoch starke Vorbehalte gegen diesen Kurs.

Der sich abzeichnende Konjunkturaufschwung liefert aus Sicht der Arbeitgeber keine Rechtfertigung für höhere Zuwächse beim Tariflohn. „Konjunkturelle Schwankungen dürfen nicht dauerhaft die Basis erhöhen“, betonte Kannegiesser. Gerade für solche Effekte gebe es Einmalzahlungen.

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