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24.04.2013

16:58 Uhr

Metallindustrie

IG Metall kündigt „massive“ Warnstreiks an

In der Metall- und Elektroindustrie drohen massive Warnstreiks. Die IG Metall will deutlich mehr Geld. Die Arbeitgeber halten Warnstreiks für unnötig und sorgen sich um das Ansehen des Wirtschaftsstandortes.

Kampfbereit: Die IG Metall hat ab dem 1. Mai „massive Warnstreiks“ angekündigt. dapd

Kampfbereit: Die IG Metall hat ab dem 1. Mai „massive Warnstreiks“ angekündigt.

Im laufenden Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ab dem 1. Mai „massive Warnstreiks“ angekündigt. Einen Warnstreikauftakt werde es bereits in der Nacht zum 1. Mai in Nordrhein-Westfalen geben, kündigte die Gewerkschaft am Mittwoch nach einer Sitzung der Tarifkommission im westfälischen Schwerte an. Weitere Schwerpunkte seien ab dem 6. Mai in NRW geplant. Am 2. Mai sollen die Warnstreiks in Sachsen starten, sagte der zuständige IG Metall-Bezirksleiter Olivier Höbel am Mittwoch nach der zweiten Verhandlungsrunde in Leipzig.

Auch die Tarifgespräche für die Beschäftigten in NRW sowie in anderen Tarifbezirken wie Bayern oder Baden-Württemberg waren bislang ohne Ergebnis geblieben. Die Arbeitgeber haben 2,3 Prozent mehr Geld angeboten. Die IG Metall fordert 5,5 Prozent. Der aktuelle Tarifvertrag und die damit verbundene Friedenspflicht läuft Ende April aus.

„Massive Warnstreiks, das ist die einzig passende Antwort. Wir wollen eine schnelle und gute Lösung. Weil es die nur mit richtig Druck gibt, werden wir richtig Druck machen“, kündigte der NRW-Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, laut einer Mitteilung an. Die Gewerkschaft bezeichnete das Angebot der Arbeitgeber als „unverschämte Mogelpackung“.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie NRW, Luitwin Mallmann, bezeichnete die Ankündigung der IG Metall als „völlig unnötig“. Die IG Metall gefährde damit die weltweit anerkannte Lieferverlässlichkeit und -treue deutscher Unternehmen. Im Ausland habe niemand Verständnis für Arbeitsniederlegungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Mallmann forderte die IG Metall auf, „Bewegung nicht auf der Straße, sondern am Verhandlungstisch zu zeigen“.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Joker1

24.04.2013, 17:49 Uhr

Man kann diesen Industriezweig auch kaputt machen.
Dieser Wirtschaftszweig zahlt in Deutschland mit
Sicherheit die besten Löhne und Gehälter und hat gute
Sozialleistungen. Aber das rote Pack kann den Hals nicht
voll genug bekommen. Man muss schon etwas genauer hinsehen,
bevor man hier alles kaputt macht.

Account gelöscht!

24.04.2013, 18:13 Uhr

Auf der einen Seite sind die Deutschen immer stolz auf die "deutsche Ingenieurskunst" auf der anderen Seite gönnt man ihnen nichts.
Wenn sie jemanden etwas neiden, lieber Joker, schadet es nur Ihnen.

Viele Grüße,

Torty Cash

whgl

24.04.2013, 18:21 Uhr

Lieber Joker1,
Du magst ja Recht haben aus Deiner Perspektive, das will ich Dir nicht abstreiten. Und das die Gewerkschaft mehr als Dreck am Stecken hat will ich Dir sogar zugestehen, allerdings muss man auch fairerweise sagen, dass auf Grund der dummen Gewerkschaft die "Metaller" seit Einführung von ERA und "Standortsicherungsverträgen" gegenüber anderen Branchen recht deutliche Gehaltseinbussen hinnehmen mussten, dieses versucht die Gewerkschaft nun zu kaschieren. Sei Dir mal sicher, dass der Gehaltsverlust/-verzicht der Metaller in den letzten 10 Jahren leicht und locker auf 500 Euro p/m kommt und das tut den kleinen Gehaltsstufen besonders weh. Es fehlt der Familie monatlich und auch dem Aufbau für die "Privatrente". Ja, ich weiss, schade dass der Kollege von nebenan seit 5 Jahren nur noch einen Bruchteil des Weihnachtsgeldes bekommt und auch auf einen Grossteil seines Urlaubsgeldes verzichten muss, dumm genug geht dann noch die Regierung hin und erhöht regelmässig die Grenzen für Soziales nach oben, bleibt dann eben vom Wenigen noch etwas weniger übrig. Möglich, dass Dein Gehalt absolut stimmt, das Deines Nachbarn eventuell nicht. Ein Wenig Rücksichtnahme auf die Kleinen wäre nicht von Schaden, ein Wenig mehr schimpfen auf die Verantwortlichen schon.

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