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14.03.2012

16:51 Uhr

Michael Fuchs

„Höhere Steuern schaden unseren Stammwählern“

VonMichael Inacker

ExklusivDer CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs warnt vor einer Sozialdemokratisierung der CDU. Die Union drohe den Anschluss an ihr traditionelles Klientel zu verlieren. Das Erbe Ludwig Erhards dürfe nicht verraten werden.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Fuchs hat seine politischen Wurzeln in Rheinland-Pfalz. picture-alliance/ dpa

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Fuchs hat seine politischen Wurzeln in Rheinland-Pfalz.

Handelsblatt: Ihr Parteikollege, Bundestagspräsident Norbert Lammert, schlägt eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes vor. Was halten Sie davon?

Michael Fuchs: Vorschläge wie die Erhöhung des Spitzensteuersatzes gehören zu den bekannten sozialdemokratischen Folterwerkzeugen gegen die Leistungsträger unserer Gesellschaft. Wenn ausgerechnet Unionsvertreter sich dieser Instrumente bedienen, erledigen sie die Arbeit der SPD - mit großem Schaden in unserer eigenen Wählerschaft.

Die Befürworter eines höheren Spitzensteuersatzes sagen, es gehe darum, die Gewinner der Gesellschaft an den Verlusten der Verlierer zu beteiligen. Sie meinen vor allem die Spitzenbanker.

Man baut den Popanz von angeblichen Gierbankern und unverantwortlichen Managern auf, die man mit neuen Höchststeuern treffen will - trifft aber die Mitte unserer Gesellschaft. Denn stärker als Manager würden gerade Eigentümer-Unternehmer, Personengesellschaften, Selbstständige und Facharbeiter bestraft - also genau diejenigen, die erst das erwirtschaften, was andere leichtfertig umverteilen möchten oder wir schweren Herzens zur Rettung von Griechenland einsetzen müssen. Steuererhöhungen sind schädlich für unseren Wohlstand und für unsere Stammwähler.

Auch im Kanzleramt und in der CDU-Zentrale glaubt man, dass eine sozialdemokratisierte Union dem Konkurrenten SPD Stimmen abjagen kann - oder zumindest die Wahlkampfthemen klaut. Überzeugt Sie das?

Die Union gewinnt mit Konzepten dieser Art gar nichts, verliert aber ihre ganze Glaubwürdigkeit. Mit einem Linksruck auf Raten verraten einige wegen kurzfristiger taktischer Winkelzüge das Erbe Ludwig Erhards und damit die Unterscheidbarkeit zu SPD und Grünen.

Bei der letzten Bundestagswahl haben 34 Prozent der Wahlberechtigten die CDU/CSU gewählt, aber 29 Prozent sind gar nicht erst zur Wahl gegangen. Eine Folge dieser Politik?

Ohne Zweifel hat das fatale Folgen für die Demokratie. Wenn jede Partei schwammig wird und für alles und nichts steht, dann fördert das die ohnehin verbreitete Politikverdrossenheit. Die letzte Einheitspartei in Deutschland hat ja den östlichen Teil des Landes in den Ruin getrieben. Am Ende will der Wähler Klarheit und Überzeugungen - und nicht billige politische Marketingkonzepte. Bislang haben wir nie untersucht, wo unsere enttäuschten Wähler hingehen - ob ins Lager der Nichtwähler oder zu anderen Parteien.

Kommentare (3)

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Koboldo

14.03.2012, 17:38 Uhr

Fuchs ist eine Beleidigung meiner Intelligenz und eine Schande für die CDU! Es waren grade die Sozialdemokraten, die den Spitzensteuersatz absenkten, und zwar ohne Not! Will die CDU nun auch Klientel-Partei werden wie die FDP? Wenn man nicht völlig ins Asoziale rutschen will und es ernst meint mit der Schuldenbremse, wird man gar nicht umhin kommen, den Spitzensteuersatz bei der ESt anzuheben.

Account gelöscht!

14.03.2012, 18:38 Uhr

Fuchs ist ein Schwätzer, kann man in so manchen TV-Sendungen beobachten.
Und wenn es drauf ankommt und er mal Farbe bekennen soll, dann wird er schnell wieder zum Merkel-Stiefellecker
Im übrigen war der Spitzensteursatz unter Kohl 53%, das hat Fuchs offenbar vergessen

Rode

15.03.2012, 12:16 Uhr

Was Herr Fuchs absondert ist schlicht gelogen und inhaltlich im übrigen lächerlich. Ein höherer Spitzensteuersatz ist unumgänglich wenn der Staat wieder handlungsfähig werden will und wenn wir auch nur die geringste Chance haben wollen unser Defizit zu senken.

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