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17.10.2014

11:15 Uhr

Migranten-Studie

Wohlstand trotz Diskriminierung

VonStefan Kreitewolf

Einer Studie der Bundesregierung zufolge zahlen sich Migration und Integration für Einwanderer in Deutschland aus: Das Einkommen der Migranten ist hier doppelt so hoch wie im Herkunftsland. Doch nicht alles ist rosarot.

Eine glückliche Familie? Migranten aus Äthiopien. dpa

Eine glückliche Familie? Migranten aus Äthiopien.

DüsseldorfWeltweit ist Migration das zentrale Zukunftsthema. Vielfältige Motive veranlassen immer mehr Menschen, in ein anderes Land zu ziehen. In Deutschland hat das Thema Migration insbesondere seit der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der EU-Osterweiterung an Fahrt aufgenommen. Migration und ihre Folgen rücken zunehmend in den Fokus politischer und gesellschaftlicher Diskussionen. Migranten sind Menschen, die aus ihrem Heimatland auswandern und dauerhaft in einem anderen Land leben.

Erfolg in der Fremde: Einwanderer mit sehr guten Sprachkenntnissen erzielen rund 20 Prozent mehr Lohn. Das durchschnittliche Nettoeinkommen ist mehr als doppelt so hoch wie im Herkunftsland und Menschen mit Migrationshintergrund sind zufriedener als Deutsche. Das sind die Ergebnisse der neuen Migrationsstudie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Langzeitstudie „Sozio-ökonomisches Panel“ (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie „Leben, lernen, arbeiten - wie geht es Migranten in Deutschland?“ beruht auf der Befragung von rund 5000 Personen mit Migrationshintergrund. In der Studie wurden Informationen zu ihrer Migrations-, Bildungs- und Erwerbsbiografie erhoben und Fragen zu ihrer Zufriedenheit und Diskriminierungserfahrungen gestellt. So wurden erstmals umfassende Informationen über Migranten und ihre Nachkommen gesammelt.

Die Forscher stellten heraus, dass der durchschnittliche Nettomonatsverdienst der Migranten vor der Zuwanderung 506 Euro betrug und in Deutschland dagegen bei 1273 Euro liegt. Damit liegt das durchschnittliche Einkommen eines Migranten knapp über der deutschen Armutsgrenze von 940 Euro monatlich. Die realen Unterschiede sind allerdings aufgrund der Kaufkraftunterschiede zwischen Deutschland und den Herkunftsländern geringer.

Dennoch: Das Bildungsniveau der Migranten steigt und mit ihm die Chance für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufstieg. Die Integration in das deutsche Bildungssystem scheint der Studie zufolge geglückt zu sein, denn in der Diaspora lebende Menschen investieren mehr in ihre Bildung denn je.

Nichtsdestotrotz spielen Netzwerke unter Migranten eine gewichtige Rolle. Mehr als die Hälfte der Migranten gaben an, ihre erste Arbeitsstelle durch Familienangehörige, Freunde und Bekannte gefunden zu haben. Lediglich ein Fünftel nutzte öffentliche oder private Arbeitsvermittlungen.

Kommentare (7)

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Herr Rex Eksom

17.10.2014, 19:21 Uhr

Kleiner logischer Gedankenfehler bei der Darstellung der Einkommensituationen der Migranten!
Auch wenn die Migranten angeblich das Doppelte wie in ihren Ex-Heimatländern hierzulande verdienen, sind aber auch die Kosten für den Lebensunterhalt und die Unterbringung in Deutschland ebenfalls doppelt hoch, wie im Vergelich zu ihren Ex-Heimatländern!
Wer nicht in internationalen Relationen denken kann, schließt aus dem Artikel falsche Schlußfolgerungen!
PS: 60% aller Frauen in Deutschland mit Migratonshintergrund leiden an Depressionen!
Wovon kommt das wohl?

Herr Peter Spiegel

17.10.2014, 20:00 Uhr

"Die Forscher stellten heraus, dass der durchschnittliche Nettomonatsverdienst der Migranten vor der Zuwanderung 506 Euro betrug und in Deutschland dagegen bei 1273 Euro liegt."

Ein perfekter Artikel. Diese Tiefe der Information ist kaum zu überbieten.

real. ist

17.10.2014, 20:39 Uhr

So schlecht kann es den Ausländern hier nicht gehen, sonst wären nicht soviele hier und würden immer mehr nachkommen.

Dass diese Leute letztlich keine Deutschen sind (auch wenn sie einen deutschen Pass haben) und somit gewissen Vorbehalten ausgesetzt sind, liegt in der Natur der Sache.

Wenn ich nach Japan ziehe, werde ich dort auch nie wie ein Japaner integriert werden.

Solche Artikel über Diskriminierung und fehlende Integration sind ja lachhaft. Jeden Tag bekommt man soetwas unter die Nase gerieben.


Ich schreibe es nochmals: Wenn es den Ausländern in Deutschland so schlecht ergehen würde, wären nicht soviele hier und würden nicht immer mehr nachkommen.

Man sollte eher den Riegel vorschieben. Wir sind nicht die soziale Couch und der Wohlfahrtsstaat für den Rest der Welt.

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