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31.05.2011

13:09 Uhr

Milliarden-Investitionen

Atomausstieg könnte neuen Aufschwung auslösen

ExklusivDass der Atomindustrie der geplante Ausstieg aus der Kernenergie nicht passt, liegt in der Natur der Sache. Andere dagegen stehen als Gewinner dar: Das DIW rechnet mit einem Mega-Investitionsschub durch die Atomwende.

Das Atom-Aus kann für einige Branchen einen Investitionssegen bedeuten. Quelle: dpa

Das Atom-Aus kann für einige Branchen einen Investitionssegen bedeuten.

DüsseldorfNach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) überwiegen bei dem geplanten Atomausstieg die ökonomischen Vorteile bei weitem die Nachteile. „Die wirtschaftlichen Chancen sind größer als die Risiken, denn es werden in den kommenden Jahrzehnten Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe getätigt, die wiederum Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Deutschland hervorbringen“, sagte die Leiterin der Abteilung "Energie, Verkehr und Umwelt" am DIW, Claudia Kemfert, Handelsblatt Online. Die Investitionen würden zum größten Teil von der Privatwirtschaft getätigt. „Wichtig ist aber, dass auch Finanzinstitutionen und Banken mitziehen und Risikoabschläge vermindern.“

Mit Blick auf die Strompreisentwicklung geht die Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance von einem moderaten Anstieg aus, da es genauso viele steigernde wie senkende Faktoren gebe. „Steigernd wirken die Investitionen und Börsenpreise, steigende Netzentgelte sowie CO2-Preise“, erläuterte Kemfert. Senkend wirkten Importe, mehr Wettbewerb sowie die verminderte Umlage, da sich diese sich aus der Differenz zum Börsenpreis ergebe. „In der Summe werden die Strompreise nur leicht steigen“, betonte die DIW-Expertin.

Union und FDP hatten den Ausstieg aus der Atomkraft bis spätestens 2022 beschlossen. Der Großteil der Atommeiler soll bis 2021 vom Netz. Falls es Probleme bei der Energiewende gibt, könnten die letzten drei Meiler erst zum 31. Dezember 2022 abgeschaltet werden. Das Kabinett will das Paket mit sechs Gesetzesvorhaben nächsten Montag beschließen, bis Ende Juni soll der Bundestag abstimmen. Der  RWE-Konzern erwägt eine Klage.

Und auch der Energiekonzern Eon bereitet will juristisch gegen die so genannte Brennelementesteuer vorgehen. Die Koalition hält trotz des schrittweisen Ausstiegs aus der Atomenergie an der Abgabe fest. Sie wird mit der Beteiligung der Stromkonzerne an den Kosten der Sanierung des maroden Atommüll-Lagers Asse begründet.

Kommentare (17)

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Steuerzahler

31.05.2011, 13:45 Uhr

In Spanien wurden pro geschaffenem Arbeitsplatz in den neuen Umwelttechnologien 2,5 Arbeitsplätze vernichtet!
Tolle Zukunft!

KontraA

31.05.2011, 14:05 Uhr

Klingt interessant, haben Sie da auch eine Quelle dafür

Kowalski

31.05.2011, 14:17 Uhr

Mit einer gegen jede wirtschaftliche Vernunft gerichtete Subventionspolitk eine neuen Aufschwung auszulösen, erinnert mich doch eher an den Lügenbaron Münchausen, welcher sich angeblich am eigenen Haarschopf aus dem Sumpf zog.

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