Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.06.2011

17:37 Uhr

Milliarden-Projekt

Bahn-Gegner wittern Getrickse bei Stresstest

Mitte Juli werden die Stresstest-Ergebnisse zum geplanten Stuttgarter Tiefbahnhof vorgestellt. Schon jetzt zeichnet sich ab: Größere Änderungen sind wohl nicht erforderlich. Projektgegner bezweifeln das allerdings.

Auf einer grünen Ampelleuchte in der Stuttgarter Innenstadt klebt ein Protestaufkleber gegen Stuttgart 21. Quelle: dpa

Auf einer grünen Ampelleuchte in der Stuttgarter Innenstadt klebt ein Protestaufkleber gegen Stuttgart 21.

Berlin/StuttgartDas umstrittene Bahnhofs-Neubauprojekt „Stuttgart 21“ hat den von der Schlichtung geforderten Stresstest der Deutschen Bahn bestanden. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dapd am Sonntag aus dem Umfeld der Deutschen Bahn AG. Von der Bahn gab es zunächst keine offizielle Bestätigung.

Die grün-rote Landesregierung reagierte verärgert auf das vorzeitige Bekanntwerden der Ergebnisse des Stresstests, die am 14. Juli der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Regierungssprecher Rudi Hoogvliet wertete dies als „einseitige Äußerung der Bahn“, mit der versucht werde, Einfluss auf die Öffentlichkeit zu nehmen. „Stuttgart 21“-Gegner meldeten massive Zweifel an den Ergebnissen an. Es stelle sich die Frage, „ob die Bahn nicht massiv trickst“, sagte der Sprecher der „Parkschützer“, Matthias von Herrmann.

Aus dem Umfeld der Bahn verlautete, die Simulation habe ergeben, dass der geplante unterirdische Bahnhof auch ohne kostspielige Erweiterungen in der Spitzenzeit 30 Prozent mehr leisten könne als der jetzige Kopfbahnhof. So sei der von Schlichter Heiner Geißler angeregte Ausbau des Bahnhofs um zwei Gleise nicht nötig. Nur der Flughafenanschluss müsse zweigleisig werden. Überdies solle der Bahnknoten neben der neuen Signaltechnik ETCS auch weiter die konventionelle Technik vorhalten. Beides zusammen kommt laut Bahn AG auf zusätzlich 40 Millionen Euro. Für das Gesamtprojekt werden offiziell 4,1 Milliarden Euro veranschlagt. Die Simulation muss noch von einem unabhängigen Gutachter geprüft werden.

Unter Hinweis auf die noch ausstehende Überprüfung durch die Schweizer Firma SMA lehnte ein Sprecher der Deutschen Bahn eine förmliche Bestätigung ab. Er sagte jedoch, die Bahn habe sich stets zuversichtlich geäußert, dass das neue Bahnhofskonzept die Bedingungen erfülle.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Bahnfahrer

26.06.2011, 18:08 Uhr

Ein techsnisches Wunder? das allerdings in Belgien (Brüssel Centraal und Brüssel Noord) und den Niederlanden (Amsterdam Schiphol) seit Jahren bzw. Jahrzehnten Realität ist. Polemiker von Herrmann sollte nicht einfach den bereits 100-fach als Schwachsinn geouteten Stern-Artikeln nahplappern sondern sich informieren.

Klaus

26.06.2011, 18:11 Uhr

Passt den Weltverbesserern wieder mal was nicht, trickst natürlich der andere.
Nur sie selber sind natürlich immer auf der richtigen Linie. Gewaltfrei war die Stürmung des Parks. Bis auf die später nachgeschobene Entschuldigung.



Account gelöscht!

26.06.2011, 18:48 Uhr

Vielleicht wird den Baden-Württembergern schon in der nächsten Zeit klar, dass Politik eng verbunden ist mit der Polemik.
Es ist auch wirklich schwer nachzuvollziehen, warum diese Schwaben nur den vielen Versprechungen der Grünen gefolgt sind.
Verkehrsminister Herrmann scheint ja bei seinen vielen Äußerungen gegenüber der Öffentlichkeit mit der Politik völlig überfordert zu sein.
Außerdem schockieren die Bemerkungen des Parkzerstörers von Herrmann bundesweit die Menschen.
Stuttgart ist Schauplatz eines Affentheaters mit vielen unreifen Menschen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×