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24.05.2012

15:27 Uhr

Milliarden-Risiken

Spanien-Krise bedroht deutschen Finanzsektor

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie spanische Regierung schlägt Alarm: Die Krise des Landes könnte sich erheblich verschärfen, wenn die EZB jetzt nicht hilft. Das würde auch den deutschen Finanzsektor hart treffen, der in Spanien stark engagiert ist.

Die deutsche und die spanische Flagge. dpa

Die deutsche und die spanische Flagge.

BerlinAlle reden über das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland. Dabei könnte auf Europa ein viel größeres Problem zukommen: Spanien entwickelt sich mehr und mehr zum Wackelkandidaten. Das ist auch der spanischen Regierung bewusst, weshalb Premierminister Mariano Rajoy jetzt einen dringenden Appell an die Europäische Zentralbank (EZB) gerichtet hat: „Wenn die öffentlichen Schulden nicht mehr tragbar sind, haben wir ein Problem“, sagte der Regierungschef am Mittwochabend im Anschluss an den EU-Sondergipfel in Brüssel.

Es liege in der Hand der EZB, eine Entscheidung zu treffen, „die sie in der Vergangenheit schon einmal getroffen hat“, sagte der spanische Regierungschef. „Alle Vorschläge, die ich unterbreitet habe, könnten innerhalb von 24 Stunden umgesetzt werden.“

Rajoys Aussagen dürften sich auf das derzeit ruhende Anleihekaufprogramm der Notenbank und die riesigen Geldspritzen für den Finanzsektor beziehen. Mit dem Kaufprogramm hatte die EZB die Renditen für Staatsanleihen bedrängter Euro-Länder direkt gedrückt. Daneben flutete sie die Geldhäuser im Währungsraum mit einer Billion Euro an langfristigen Billigkrediten. Die Banken investierten einen guten Teil des frischen Zentralbankgeldes in Staatstitel, was den Druck auf die Anleihemärkte der Krisenländer deutlich minderte.

Spanien steht an den Finanzmärkten derzeit abermals unter Druck: Die Zinsen, die Investoren verlangen, ziehen immer weiter an - die Luft bei der Kapitalaufnahme wird also dünner. Die Risikoaufschläge für Schuldverschreibungen des Landes liegen annähernd auf Rekordhöhe. Wie ernst die Lage ist, zeigt auch die düstere Einschätzung der US-Ratingagentur Moody's, die zuletzt 16 spanische Banken herabgestuft hat. Das harte Moody's-Urteil schürte die Angst vor einer gefährlichen Ausweitung der Euro-Krise - von der nicht zuletzt der deutsche Finanzsektor erheblich betroffen wäre.

Deutsche Banken und Versicherungen sind allein in Spanien mit Krediten und Vermögensanlagen engagiert, die sich auf weit über 100 Milliarden Euro belaufen. Das geht aus einem Handelsblatt Online vorliegenden Schreiben des Finanzstaatssekretärs Hartmut Koschyk (CSU) an den FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler hervor.

Kommentare (29)

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Bamboo-Chicken

24.05.2012, 14:57 Uhr

Ach, wer hätte das gedacht? Überraschung.
ESFS, ESM, bilaterale Hilfen, Target2, fällige Rekapitalisierung der deutschen Banken = DEUTSCHER STAATSBANKROTT!!!
Für diejenigen, die es immer noch nicht kapiert haben... langsam wird es Zeit. Das "politische Projekt" Euro endet bald(!!) mit dem DEUTSCHEN STAATSBANKROTT.
Und Steinbrück sülzt immer noch rum, als habe er alles im Griff. Die (...) Politiker müssen zur Verantwortung gezogen werden: Kohl, Genscher, Schmidt, Trittin, Fischer, Schröder, Merkel, SCHÄUBLE(!) und wie sie alle heißen. ALLE TRAGEN VERANTWORTUNG!
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

hansblick

24.05.2012, 15:14 Uhr

'Das "politische Projekt" Euro endet bald'

falsch...es STARTET erst richtig mit das deutschen bankrott...genau das ist ja gewollt...wie sollen die sonst ihr deutschen uberzeugen ihren staat..ihren leben...an brussel abzugeben wenn ihr nicht auch pleite seit?

grosse...schneller enderungen in der politik sind nur durch leiden möglich..mit gewalt...und der euro ist einen waffe...keine währung..

Ich denke, es ist nützlich sich zu erinnern, daß die Architekten der Währungsunion immer wußten, daß sie zu einer Krise führen würde und daß die Krise zu einer föderalen Lösung führen würde. Ich bin nicht sicher, wie weit das ausgesprochen wurde, aber ich denke, es war implizit. Tatsächlich kann man sagen, die Währungsunion war konzipiert, um eine Krise zu schaffen."

britische Historiker Niall Ferguson

http://www.jjahnke.net/rundbr91.html#2682

so..DAS ist terrorismus...wir sollen unseren staaten..nsere zukunft terroristen anvertrauen..und der medien macht voll mit!?!?...das muss man sich vorstellen...statt zu fordern das diese leute verhaftet werden sagen alle das diese leute nett sind...vertrauungsvoll sind..!!!

ungeheuerlich!!..das..was hier ablauft..ist der grosste skandal seit der zweiten welt krieg...und der medien spielt voll mit...mehr wie das...es ist ein wichtiger teil diesen putsch..

ich verstehe es nicht...haben diesen journalisten keinen kinder?...wollen die das wirklic das ihre kinder in so einen europa aufwachen mussen?..gefuhrt von lügner...kriminelle und terroristen?

es sieht so aus..

Jack

24.05.2012, 15:15 Uhr

EUROPOLY - statt Lösungen zu finden und Wackelkandidaten die nachweislich insolvent sind auszuschließen entwickelt sich die Eurozone zum Expermentierfeld der Politiker

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