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15.08.2014

16:00 Uhr

Millioneneinnahmen erwartet

AfD führt die D-Mark wieder ein

VonDietmar Neuerer

Die AfD muss ihre Finanzen aufbessern und hat eine findige Idee: Der Verkauf von goldenen D-Mark-Münzen. Die könnten viel Geld in die Kasse spülen – und wären auch noch eurokritisch. Doch es gibt einen großen Haken.

Mit dem Verkauf von Goldmark-Münzen will die AfD Kasse machen.

Mit dem Verkauf von Goldmark-Münzen will die AfD Kasse machen.

BerlinFinanznot macht erfinderisch – und fördert mitunter Ideen zu Tage, mit denen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden können. Wie das geht, kann man bei der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) sehen. Die Partei versucht, politische Botschaften unters Volk zu bringen und damit gleichzeitig Geld zu verdienen.

Das Glühbirnenverbot der EU spießte die AfD auf, indem sie die Aktion „Mir geht ein Licht auf!“ ins Leben rief und in ihren Online-Shop Glühbirnen zum Kauf feilbot. Einen Zehnerpack des „Bestsellers“ kann man dort für 9,99 Euro erwerben. Ein Verkaufsschlager ist die Idee aber nicht geworden. 30.000 Euro hat die Partei bisher damit verdient.

Mit solchen Summen kann die AfD ein anderes, wesentlich wichtigeres Ziel allerdings nicht erreichen. Da muss sie schon tiefer in die Trickkiste greifen. Konkret geht es darum, den möglichen Rahmen der staatlichen Parteifinanzierung voll auszuschöpfen. Maßstab für die Verteilung der Zuschüsse ist neben dem Wahlerfolg und den Mitgliedsbeiträgen einer Partei auch die Summe der Einnahmen. Hier hapert es gewaltig.

Daher ersann Schatzmeister Piet Leidreiter eine findige Idee. Er schlug seiner Partei vor, in den Goldhandel einzusteigen und Ein-D-Mark-Goldmünzen zum Kauf anzubieten. Mit dem Vertrieb von Gold verfolge die AfD zwei Ziele gleichzeitig, sagte Leidreiter Handelsblatt Online. „Zum einen wollen wir – wie mit unserem Glühbirnen-Shop – unsere Kritik am Euro und an der EU politisch manifestieren.“ Auf der anderen Seite sollen die Einnahmen gesteigert werden, um in den Genuss der staatlichen Mittel zu kommen. „Da ist der Goldhandel ein kreatives Mittel“, sagte er. „Ziel ist es, zwei Millionen Euro Umsatz damit zu machen.“

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Das Vorhaben sollte eigentlich im Geheimen vorbereitet und dann der Parteibasis präsentiert werden. Doch durch eine Indiskretion wurden die Überlegungen vorzeitig bekannt. Mit der Folge, dass eine Diskussion darüber losbrach, was der Bundesvorstand hier eigentlich treibe und ob möglicherweise durch spekulative Ankäufe von Edelmetall die Beiträge von Parteimitgliedern aufs Spiel gesetzt werden.

In einem Handelsblatt Online vorliegenden Mitgliederbrief versuchte die Parteispitze, die Wogen zu glätten. Selbstverständlich gehe es nicht ums Spekulieren, sondern vielmehr darum, nach Wegen zu suchen, „um die politischen und finanziellen Interessen der Partei auf möglichst risikolose Weise zu fördern“.

Kommentare (17)

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Herr Marcel Europaeer

15.08.2014, 14:17 Uhr

Nostalgiker ...

Reiner Blumenhagen

15.08.2014, 14:26 Uhr

Na dann, liebe AfDler, dann zahlt mal schön.

Herr Dipl. Ing.

15.08.2014, 14:26 Uhr

Gold ist und bleibt Gold!
Wenn der Preis dann noch unter den üblichen Preisen am Bankschalter liegt, warum nicht?
Vielleicht werden die AfD-Barren in Zukunft Sammlerstücke? Schlimmstenfalls hat man immer noch das Gold und wer Gold hat, hat immer Geld :-)

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