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07.09.2011

17:46 Uhr

Mini-Renten

Ministerin will Altersarmut mit Steuergeldern bekämpfen

Mit Steuergeldern will Arbeitsministerin von der Leyen Mini-Renten aufstocken. Die Zuschussrente ist jedoch an Auflagen gebunden. Zu viele findet die Opposition und fordert eine echte Lösung der Altersarmut.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will Mini-Renten mit Steuerzuschüssen aufstocken. dapd

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will Mini-Renten mit Steuerzuschüssen aufstocken.

BerlinBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Renten von Geringverdienern durch steuerfinanzierte Zuschüsse aufstocken, erntet dafür aber Kritik von der Opposition. „Wir wollen ab 2013 eine Zuschussrente einführen“, sagte die Ministerin dem Hamburger Wochenblatt „Die Zeit“. SPD, Grüne und Linke bezeichneten das Vorhaben, das im Zuge des nun startenden „Rentendialogs“ beraten werden soll, am Mittwoch als ungenügend.

„Wer jahrzehntelang gearbeitet und eingezahlt hat, wer erzogen und gepflegt und dabei zusätzlich privat vorgesorgt hat, der wird eine Rente bekommen, die über der Grundsicherung liegt“, sagte von der Leyen. Sie nannte den Betrag von 850 Euro im Monat.

Voraussetzung sei eine 45jährige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Rentenversicherung, bei der aber Schuljahre ab dem 17. Lebensjahr, Ausbildung-, Studien- und Krankheitszeiten sowie Phasen von Arbeitslosigkeit und Schwangerschaft angerechnet würden.

Dreißig Jahre müssten Beiträge an die Rentenkasse gezahlt worden sein, damit ein Anspruch auf eine Zusatzrente entsteht. Außerdem sei eine private Zusatzvorsorge über einen Riester-Vertrag oder eine Betriebsrente Voraussetzung.

„Wer als Geringverdiener ein Leben lang gearbeitet hat, schafft es oft nicht, eine eigene Rente zu verdienen, die über der Grundsicherung liegt“, sagte die Ministerin. „Das ist ungerecht, da müssen wir nachbessern“, sagte von der Leyen. Für das Jahr 2013 sei mit 15.000 bis 20.000 Berechtigten für die neue Zuschussrente zu rechnen, erklärte von der Leyen. In den Jahren danach werde die Zahl dann schnell bis auf 100.000 steigen, im Jahr 2035 sei mit gut einer Million Berechtigten zu rechnen.

Kommentare (16)

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mayerma

07.09.2011, 18:02 Uhr

Das eigentliche Problem ist immer noch nicht erkannt.

Die Unternehmen und Schulen und andere möglichen Arbeitgeber drücken sich davo selbst Minibeiträge für 100 Euro jobs in der Sozialversicherung einzuzahlen.

Fallbeispiel: Sie sehen jede Woche / monat ein neues Gesicht bei der Tankstelle oder ähnliche 400 Euro Jobs in denen angeblich nur Schüler, Hausfrauen oder Studenten arbeiten.

Richtig weil ab 2 Monate müssen sie Abgaben bezahlen. Darum wird ständig getauscht oder eben Schwarzarbeit an dieser Stelle betrieben.

Doch die Stammbelegschaften tragen dieses Konzept mit Begeisterung mit. Eben während diese unsere angeblichen Kleinverdiener in festen Arbeitsverhältnissen mit Urlaubsgeld, Krankengeld, Lohnerhöhungen etc. sitzen arbeiten die anderen schwarz mit Begeisterung und Gegenwehr eben genau dieser Angestellten. Diese müssten sonst ja abgeben. Sie nehmen es für sich selber in Anspruch sind die Gutmenschen mit Anspruch auf Geburtstag , Firmenjubiliäum undsoweiter. Der GUT Deutsche der aber kein Problem damit hat, dass die anderen keine Sozialversicherung haben, obdachlos sind undsoweiter.
Tja, solange davon profitiert wird, spielt der Kleinbürger immer mit. Auf die Schwarzarbeiter darf schließlich geschimpft werden und die Hartz4 Empfänger.

Account gelöscht!

07.09.2011, 18:19 Uhr

Sie nannte den Betrag von 850 € im Monat. „Niemand darf künftig im Alter weniger als 850 Euro pro Monat haben", fordert DieLinke.

Laut Staatssekretär Storm liegt bei den Altersrenten der Durchschnittszahlbetrag im Osten mit 850 € deutlich über dem Westwert von 713 €.

Vielfach unterschlagen ist der Bonus, welcher über die Wiedervereinigung vergeben wurde, als man blind, sog. Anrechnungspunkte in bare Münze umrechnete, auszahlte was wiederum andere verdienten und für die Berechnungsgrundlage lediglich auf Quantität und weniger Qualität wert legte. Da wurden Rentenpunkte angerechnet, welche sich lediglich auf Anwesenheit, vielmals jedoch auch nur zusammengelogene Ansprüche bezogen (passiert übrigens heute noch bei "Nachberechnungen") und eben nicht auf das, was tatsächlich an Rentenzahlungen eingezahlt wurde.

Ein Blick in die Statistik DDR 1988: Das Durchschnittseinkommen betrug brutto 1.280 M, die Durchschnittsrente knapp 380 M. Das reichte nur für ein Leben in Elendsnähe, an irgendwelche Ausgaben über Miete, Brot, Kohl und Wasser war kaum zu denken. Da der Rentner für das System nur noch Geld kostete, was es sowieso nicht gab, hatte er mit 65 dann auch das Ausreisealter in die Bundesrepublik erreicht, die der DDR die Rentenlasten abnahm und ein lebenswürdiges Dasein ermöglichte.
Es ist moralisch schon reichlich dreist, darauf zu pochen, dass man während der Arbeit in der DDR auch nur halbwegs Ähnliches in die Rentenversicherung eingezahlt hätte als ein BRDler. Nein, das hat man nicht, und für die Berechnung der Rentenanwartschaften kommt es genau darauf an. Man kann nicht während des Arbeitslebens Wasser erwirtschaften und als Rentner dafür aber Wein verlangen. Dass die DDR nun einmal so war, wie sie war und man eben nicht mehr verdienen konnte, ist dabei belanglos. Man hat eben nicht das immerwährende Recht, sich von anderen die Rente aufhübschen zu lassen, die der normale Durchschnittswessi korrekterweise auch nicht bekommt.

Nachwuchs

07.09.2011, 18:38 Uhr

Seit wann will eine Politikerin etwas für Deutsche? Anhand der Auflagen sieht man, Geld sollen nur Ausländer und Islamisten erhalten. Von der Förderung sind Deutsche ausgeschlossen.

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