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02.03.2012

10:56 Uhr

Ministerpräsident

Kurt Beck seit 40 Jahren SPD-Mitglied

Kurt Beck hat seit 40 Jahren einen SPD-Mitgliedsausweis. Das will der rheinland-pfälzische Ministerpräsident groß feiern. Mehr als 500 Gäste werden in seiner pfälzischen Heimatgemeinde Steinfeld erwartet.

Der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck. dpa

Der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck.

SteifeldAls Steppke hatte Kurt Beck ganz andere Pläne. „Jedenfalls wollte ich als Elf-, Zwölfjähriger nur eines werden: Astronaut“, heißt es in seiner Autobiografie. Bekanntlich kam alles anders: Er wurde Politiker und ist bereits seit vielen Jahren Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Beck feiert an diesem Sonntag (4.3.) im heimatlichen Steinfeld in der Südpfalz mit Weggefährten seine 40-jährige SPD-Mitgliedschaft. Rund 500 Anmeldungen liegen laut Partei vor. Auch der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende und Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz hat sich angesagt.

Im Herbst 1971 füllte Beck in seinem Wohnzimmer den Aufnahmeantrag aus, um zum 1. Januar 1972 SPD-Mitglied zu werden. Es folgte eine Karriere bis ins höchste Amt der Partei: 2006 avancierte der Maurersohn zum SPD-Bundesvorsitzenden. Dennoch hielt er bodenständig weiterhin seine Bürgersprechstunde im kleinen Steinfeld ab. Nach parteiinternen Querelen nahm Beck schon 2008 wieder seinen Abschied von der großen Berliner Bühne - und beklagte sich über den „Umgangsstil eines Wolfsrudels“ unter Spitzengenossen.

Im strukturell konservativen Rheinland-Pfalz aber steht der 63-jährige Beck weiterhin an der Spitze der SPD - seit fast zwei Jahrzehnten. Viermal eine Landtagswahl gewonnen, fünfmal zum Ministerpräsidenten gekürt: Beck ist Deutschlands dienstältester Landesvater. Insgesamt 22 Jahre könnte er an Rhein und Mosel regieren - und damit den bisherigen Rekord des CDU-Regierungschefs Peter Altmeier (1947-1969) einstellen. Jedenfalls sagt er selbst, dass er bei guter Gesundheit bis zur nächsten Landtagswahl 2016 Hausherr in der Staatskanzlei in Mainz bleiben will.

Seit 2011 muss sich Beck erstmals mit den Grünen am Kabinettstisch auseinandersetzen. Die Koalition erscheint aber stabil. Die Wirtschaftsdaten sind im Bundesvergleich gut. Als eines der größten Probleme gilt der kriselnde Nürburgring. Im Streit um millionenschwere Pachtzahlungen hat das Land den privaten Betreibern gekündigt. Diese wollen aber nicht das Feld räumen. Also sieht man sich vor dem Landgericht Koblenz wieder. Zugleich streckt Beck aber die Hand für ein schlichtendes Gespräch aus. „Süßholzraspeln“ ohne Konzept nennt das die außerparlamentarische FDP.

Sein bundesweites Agieren beschränkt der Vater eines Sohnes nun vor allem auf die Medienpolitik. Er ist Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder und Chef des ZDF-Verwaltungsrats. Becks Amt des Ministerpräsidenten weckt auch parteiintern längst Begehrlichkeiten. Innenminister Roger Lewentz und SPD-Fraktionschef Hendrik Hering gelten als die Kronprinzen mit den größten Chancen.

Leicht wird es die SPD bei der Landtagswahl 2016 aber wohl nicht haben: Die 39 Jahre junge CDU-Chefin Julia Klöckner ist schlagfertig, ebenfalls bodenständig und scheint vor allem ihre eigene Partei besser im Griff zu haben als ihre Vorgänger.

Von

dpa

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