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20.06.2013

18:11 Uhr

Ministertreffen

De Maizière wirbt für Friedensgespräche mit Taliban

Die Taliban eröffnen ein Verbindungsbüro in Katar und die USA kündigen Gespräche mit der Gruppierung an. Besonnenheit ist das Stichwort, das derzeit am wichtigsten ist – auch für den Verteidigungsminister.

Verteidigungsminister unter sich: Thomas de Maizière (links) und Mario Mauro. ap

Verteidigungsminister unter sich: Thomas de Maizière (links) und Mario Mauro.

Herat/KabulVerteidigungsminister Thomas de Maizière hat sich für Friedensgespräche mit den afghanischen Taliban ausgesprochen. Voraussetzung sei aber, dass die radikalislamischen Aufständischen die Verfassung Afghanistans anerkennen und sich vom Terrornetz Al-Kaida distanzieren, sagte de Maizière am Donnerstag in der westafghanischen Provinzhauptstadt Herat. Dort war er zuvor mit dem afghanischen Verteidigungsminister Bismillah Khan Mohammadi und seinem italienischen Kollegen Mario Mauro zusammengekommen.

Jeder, der zu einer friedlichen Lösung des Afghanistan-Konflikts beitragen könne, sei willkommen, betonte de Maizière. „Vor allem aber müssen diese Gespräche stark geprägt werden durch die legitime afghanische Regierung.“ Der Minister rief alle Seiten zur Besonnenheit auf. „Provokationen jeder Art sollten vermieden werden. Und die Gespräche sind dann am besten und am erfolgreichsten, wenn nicht zu viel über sie öffentlich geredet wird.“

Die Taliban hatten am Dienstag ein Verbindungsbüro in Doha im Golf-Emirat Katar eröffnet. An dem Gebäude war zunächst ein Schild mit der Aufschrift „Politisches Büro des Islamischen Emirats Afghanistan“ angebracht. Auf dem Gelände hissten die Extremisten anschließend die Taliban-Flagge. Die USA kündigten kurz darauf direkte Friedensverhandlungen mit den Taliban in Doha an. Der afghanische Präsident Hamid Karsai reagierte empört und teilte mit, seine Regierung werde die Gespräche boykottieren.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

20.06.2013, 20:16 Uhr

Irgenwie habe ich noch nicht verstanden wozu Deutschland einen Einsatz in Afghanistan und einen Eurohawk braucht. Jetzt wird deutlich: das ist ein Rückzugsgebiet für Verteidigungsminister unter Feuer. Hat KTG auch schon so gemacht. Quasi die Deckung der Militärspitze gegenüber der feindlichen Heimat. So macht der Afghanistan-Einsatz Sinn. Aber auch nur so.

Wahlschleicher

20.06.2013, 22:13 Uhr

Es ist Wahlkampfzeit und da macht es sich immer gut in Afghanistan zu sein.

Man kann die Presse, die Medien für kurze, zwar flüchtige Zeit, für sich einnehmen und wenn es die Wahlkampfmanager verstehen daraus Kapital zu schlagen so dass sich es im Wahlverhalten, für die eigene Partei niederschlägt, dann, ja dann hat sich doch dieser Trip an den Hindukusch gelohnt und dazu hat es nur den Deutschen Staatsbürger Geld gekostet, nicht den Herrn Kriegsminister.
Eine Werbeveranstaltung eben der robusten Art in einem Kampfgebiet, wo robuste Kampfeinsätze gefordert sind.

Thomas-Melber-Stuttgart

20.06.2013, 23:38 Uhr

Dem geht ein kulturelles Mißverständnis voraus: bei uns bietet man Verhandlungen aus einer Position der Stärke heraus an, im dortigen Kulturkreis verhandelt man, wenn man sich in einer Position der Schwäche sieht.

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