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12.01.2011

17:41 Uhr

Ministerum in Aufruhr

Wo ist das Dioxin-Schweinefleisch geblieben?

Wo ist das Fleisch von 150 Schweinen geblieben, die mit dioxinhaltigem Futter fett wurden? Vor dieser Frage steht das Agrarministerium in Hannover - das noch am Dienstag fest davon ausging, das überhaupt keine belasteten Tiere in den Handel kamen.

HB BERLIN. Das Fleisch von rund 150 mit dioxinverseuchtem Futter gemästeten Schweinen ist möglicherweise in den Handel gekommen. Das Land Niedersachsen musste sich am Mittwoch korrigieren, nachdem das Agrarministerium in Hannover noch am Dienstag Entwarnung gegeben hatte. Ob das verdächtige Fleisch tatsächlich überhöhte Dioxinwerte aufwies, ist allerdings unklar.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte die Landesregierung in Hannover am Mittwoch auf, das verdächtige Fleisch unverzüglich ausfindig zu machen und aus dem Handel zu nehmen. Aigner selbst sah sich einer Rücktrittsforderung ausgesetzt.

Die Behörden haben inzwischen Anhaltspunkte, dass Dioxin mit Wissen der Hersteller in Tierfutter gelangt sein könnte. China verhängte ein generelles Importverbot für Schweinefleisch und Eier aus Deutschland. Dagegen hat die Slowakei ihr Verkaufsverbot für Eier und Hühnerfleisch aus Deutschland aufgehoben.

Die an einen Großschlachthof gelieferten Schweine stammen von einem inzwischen gesperrten Betrieb in Langwedel im Kreis Verden. Niedersachsens Agrar-Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke hatte noch Dienstag kategorisch ausgeschlossen, dass Dioxin-Fleisch aus dem Betrieb in den Handel ging. Ministeriumssprecher Gert Hahne korrigierte diese Aussage: Ripke sei noch nicht auf dem neuesten Stand des zuständigen Kreis-Veterinärs in Verden gewesen.

Bei dem Schweinemäster im Kreis Verden waren bei Probeschlachtungen überhöhte Dioxin-Werte gemessen worden. 140 Tiere sollten deshalb getötet werden. Nach jüngsten Erkenntnissen hatte der Landwirt aber vor der Sperrung schon 150 mit Dioxin-Futter gemästete Schweine zu einem niedersächsischen Großschlachthof gebracht.

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