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01.08.2013

18:25 Uhr

Missglückter Presse-Termin

Steinbrück wandert in Bayern – und trifft die CSU

Der SPD-Kanzlerkandidat wollte mit der Besteigung des Berges „Lusen“ ein Zeichen setzen. Hat er auch. Doch dank Mitgliedern der Jungen Union ist es keins geworden, das sich Steinbrücks Wahlkampfstrategen gewünscht haben.

Auf dem Weg nach ganz oben: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wandert auf den Lusen im Bayerischen Wald. dpa

Auf dem Weg nach ganz oben: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wandert auf den Lusen im Bayerischen Wald.

Peer Steinbrück wischt sich in der prallen Sonne den Schweiß von der Stirn. Gleich hat er den Gipfel des 1373 Meter hohen Berges Lusen im Bayerischen Wald erreicht. Doch als der SPD-Kanzlerkandidat endlich oben ankommt, wartet da schon die CSU auf ihn. „Ab jetzt geht's für die SPD nur noch bergab“, steht auf einem großen roten Plakat, das Mitglieder der Jungen Union entrollt haben.

Es ist nicht der einzige Schönheitsfehler auf der „Bergauf-Tour“ der bayerischen SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten an diesem sonnigen Donnerstagvormittag. Auch der Name des Berges ist nicht unbedingt glücklich gewählt: „Lusen“, das erinnert im Englischen an „Verlieren“. „Ich habe mir erklären lassen, dass das übersetzt 'Mithören' heißt“, sagt Steinbrück. Und das wolle er ja, zuhören und mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Unterwegs ist Steinbrück in beigem Hemd und Hose, Wanderstiefeln und hat einen hellen Strohhut auf.

Die bayerische Landtagswahl am 15. September gilt als wichtiger Stimmungstest für die Bundestagswahl, die eine Woche später stattfindet. Daher beginnt auch der SPD-Kanzlerkandidat seine Sommertour in Bayern. Doch dass bei der „Bergauf-Tour“ der bayerischen SPD schon die CSU auf dem Gipfel wartet, ist symptomatisch für den Wahlkampf in Bayern: Auch in den Umfragen liegen die Christsozialen mit 47 Prozent weit vor der SPD, die bei Infratest dimap auf gerade einmal 18 Prozent kommen. Trotz diverser Affären - im Mai ging es zuletzt um Vetternwirtschaft unter Landtagsabgeordneten - kann die CSU nach fünf Jahren FDP- Koalition wieder mit der absoluten Mehrheit rechnen. Dabei hilft auch die boomende Wirtschaft in dem Freistaat, die vor allem der CSU angerechnet wird.

Mit seiner Wanderung auf den Lusen, an der rund 150 SPD- Mitglieder und Journalisten teilnahmen, wollte Steinbrück den bayerischen Genossen helfen. Dabei sieht es für ihn selbst nicht viel besser aus. Auch auf Bundesebene kommt die SPD in Umfragen nicht über 25 Prozent hinaus, während die Union in der jüngsten Forsa-Umfrage bei 41 Prozent lag. Kanzlerin Angela Merkel, die auch bei den Beliebtheitswerten weit vor Steinbrück liegt, konnte erst einmal beruhigt in den Urlaub fahren.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

01.08.2013, 19:47 Uhr

Na, da bleibt ihm ja noch die feucht fröhliche Wochenendtour über den niederrheinischen „Underberg“. Nüchtern können Wähler die SPD doch eh nicht (mehr) ertragen.

Union_Propaganda

01.08.2013, 19:51 Uhr

Ob die Union noch einmal die 40 Prozent reisst, dass bleibt abzuwarten. M.E. sind alle derzeitigen Wahlumfragen mit nem riesigen Fragezeichen verbunden, weil die AfD in Umfragen wie auf dieser Seite (angeblich nur 2% ha!) nach unten geschrieben wird.
Dass ist leider offensichtlich liebes HB, sorry.
Und die fehlenden Prozente müssen logischerweise irgendwo anderen zuviel angerechnet sein wenns auf 100 kommen soll.
Die 2. grosse Unbekannte sind die Nichtwähler, von denen einige, was man so hört, diesesmal sich vieelleicht durchringen könnten, ihrem Unmut Ausdruck zu geben. Ob die die Altparteien wählen..hmm??!

Account gelöscht!

01.08.2013, 21:34 Uhr

Als Steinbrück den Berg Lusen(Verlierer) bestiegen hat, nahm er von der göttlichen jungen Union die Steintafel mit deren Gebot entgegen, die er hoffentlich seinem SPD Volk zeigt und sich alle danach richten und absteigen. Wahlkampf kann auch lustig sein.

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