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13.07.2015

21:38 Uhr

Mit Blick auf Griechenland

Gauck lobt irische Reformen als vorbildlich

Auch bei Joachim Gaucks Staatsbesuch in Irland ist die Griechenland-Krise ein Thema. Der Bundespräsident lobt in Dublin die irischen Reformen - und den Kompromiss mit Athen.

Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt, wurden in Dublin in Irland von Schulkindern begrüßt. dpa

Gauck in Irland

Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt, wurden in Dublin in Irland von Schulkindern begrüßt.

DublinBundespräsident Joachim Gauck hat Irlands Reformkurs in der Finanzkrise als Vorbild für andere europäische Staaten gewürdigt. „Mit entschlossenen Schritten ist es Irland gelungen, seine Wirtschaft schnell zu stabilisieren“, sagte Gauck am Montagabend bei einem Staatsbankett zu seinen Ehren in Dublin. „Mit diesen Anstrengungen ist Ihr Land ein Vorbild für manch anderen Staat innerhalb der Europäischen Union“, betonte Gauck nach Angaben des Präsidialamtes.

Zugleich begrüßte der Bundespräsident die in Brüssel getroffene Vereinbarung für die Aufnahme von Verhandlungen über ein weiteres Hilfspaket für Griechenland. „Ich bin erleichtert, dass heute morgen auch der Weg zu einem Kompromiss gefunden wurde. Das zeigt, dass die Bereitschaft besteht, gemeinschaftlich den europäischen Weg weiterzugehen.“

Gauck hatte am Montag einen dreitägigen Staatsbesuch in Irland begonnen. Zum Auftakt war er vom irischen Präsidenten Michael Higgins mit militärischen Ehren begrüßt worden. Am Nachmittag traf Gauck in Dublin auch mit Regierungschef Enda Kenny zusammen.

Am Abend betonte Gauck, Irland habe zeitweise wirtschaftliche und soziale Verwerfungen, hohe Arbeitslosigkeit und die Abwanderung junger Talente erleben müssen. Dennoch sei das Bekenntnis der Iren zu Europa weiter lebendig. „Auch das verbindet sie mit Deutschland und den Deutschen, die auch in Krisenzeiten verlässlich und solidarisch Europäer sein wollen.“ Irland ist nach einem Hilfsprogramm unter dem Euro-Rettungsschirm und massiven Sparanstrengungen wieder auf Wachstumskurs.

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Der Bundespräsident wird auf der Reise von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt begleitet. Bei seinen Gesprächen stehen neben der Eurokrise und der Entwicklung in Griechenland auch bilaterale Fragen sowie die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder im Mittelpunkt. Zuletzt hatte 2003 der damalige Bundespräsident Johannes Rau Irland einen Staatsbesuch abgestattet.

Am Dienstag wird Gauck unter anderem Wirtschaftsgespräche in Dublin führen. In der westirischen Stadt Galway besucht er am Mittwoch ein Zentrum für Menschenrechte an der Universität und erhält dort die Ehrendoktorwürde. In einer Rede dort wird sich der Bundespräsident auch mit Verletzungen der Menschenrechte in vielen Teilen der Welt auseinandersetzen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Ingo Ulrich

14.07.2015, 10:17 Uhr

"......irische Reformen als vorbildlich"

Staatsverschuldung Irland 2008 : ca. 79 Mrd €
Staatsverschuldung Irland 2014 : ca. 207 Mrd €

Vorbildlich ? Erschreckend und beschämend zugleich !
Ein Beispiel für den Versuch, uns eine Schön-Blöd-Darstellung unterzujubeln und diese Scheinwelt erhält man nicht lange aufrecht !!!

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