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23.10.2013

20:08 Uhr

Mitteilung im Wortlaut

„Wäre ein gravierender Vertrauensbruch“

Das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist möglicherweise von US-Geheimdiensten überwacht worden. Hier die Mitteilung von Regierungssprecher Steffen Seibert zum Thema im Wortlaut.

US Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir haben umgehend eine Anfrage an unsere amerikanischen Partner gerichtet und um sofortige und umfassende Aufklärung gebeten.“ dpa

US Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Wir haben umgehend eine Anfrage an unsere amerikanischen Partner gerichtet und um sofortige und umfassende Aufklärung gebeten.“

Berlin„Die Bundesregierung hat Informationen erhalten, dass das Mobiltelefon der Bundeskanzlerin möglicherweise durch amerikanische Dienste überwacht wird. Wir haben umgehend eine Anfrage an unsere amerikanischen Partner gerichtet und um sofortige und umfassende Aufklärung gebeten.

Die Bundeskanzlerin hat heute mit Präsident Obama telefoniert. Sie machte deutlich, dass sie solche Praktiken, wenn sich die Hinweise bewahrheiten sollten, unmissverständlich missbilligt und als völlig inakzeptabel ansieht. Unter engen Freunden und Partnern, wie es die Bundesrepublik Deutschland und die USA seit Jahrzehnten sind, dürfe es solche Überwachung der Kommunikation eines Regierungschefs nicht geben. Dies wäre ein gravierender Vertrauensbruch. Solche Praktiken müssten unverzüglich unterbunden werden.

Beschwerde bei Obama: Überwachten US-Geheimdienste Merkels Handy?

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Überwachten US-Geheimdienste Merkels Handy?

Die Bundeskanzlerin schreibt gerne SMS. Doch haben US-Geheimdienste mitgelesen? Angela Merkels Privathandy soll zu ihrem Zielobjekt geworden sein. Die Kanzlerin beschwert sich bei US-Präsident Obama – der beruhigt.

Im Übrigen äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Erwartung, dass die US-Behörden Aufklärung über den möglichen Gesamtumfang solcher Abhörpraktiken gegenüber Deutschland geben werden und damit Fragen beantworten, die die Bundesregierung bereits vor Monaten gestellt hat. Als enger Bündnispartner der Vereinigten Staaten von Amerika erwartet die Bundesregierung für die Zukunft eine klare vertragliche Grundlage über die Tätigkeit der Dienste und ihre Zusammenarbeit.

Der Chef des Bundeskanzleramtes, Bundesminister Ronald Pofalla, ist heute Nachmittag mit dem Vorsitzenden des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Thomas Oppermann, und dem stellvertretenden Vorsitzenden, Michael Grosse-Brömer, zu einem Gespräch zusammengekommen und hat sie über die im Raum stehenden Behauptungen informiert.

Daneben fanden in Berlin hochrangige Gespräche mit Vertretern des Weißen Hauses und des US-Außenministeriums statt, mit dem Ziel, die Sachverhalte aufzuklären. Diese Gespräche müssen fortgesetzt werden.“

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

23.10.2013, 20:45 Uhr

"Unter engen Freunden und Partnern, wie es die Bundesrepublik Deutschland und die USA seit Jahrzehnten sind, dürfe es solche Überwachung der Kommunikation eines Regierungschefs nicht geben."

Ha ha, will sich die Bundesregierung nach Friedrichs Sklavengang erneut lächerlich machen ? Die USA sagen Mutti wo es lang geht. Und als unsere Besatzer hören sie natürlich auch mit, ob Mutti (ebenso wie ihre Vorgänger) gehorcht. Was soll also die gespielte Aufregung ? Lächerlich.

tokchii

23.10.2013, 21:16 Uhr

@Hardy
Bin voll und ganz Ihrer Meinung, aber der Teil der deutschen Geschichte, der mit der amerikanischen Besatzung endete wird wohl nie Eingang in die Hirne der Deutschen finden, bislang jedenfalls habe ich weder etwas von Wiedergutmachung ( sieht man von einigen lächerlichen Entschädigungen für überlebende KZ Opfer ab) noch etwas von Einsicht in eine Art Kollektivschuld mitbekommen.
Im Gegenteil. In meiner Stadt wird das älteste Volksfest Deutschlands gefeiert, der Slogan, der währenddessen von allen, auch von Offiziellen, lautstark durch die Straßen dringt lautet "Attacke, eener, zwo, dree, Bruder Lolls" . Die Reichskristallnacht ging hier mit am ehesten los. Und ganz in der Nähe saß ein Polizist angeblich rein zufällig während eines Mordes in einem Internetcafe und hat als einziger Besucher nichts von der (rechtsextrem motivierten) Tat mitbekommen.
Frage mich, ob all sowas an unserer Regierung vorbeigeht. Immerhin wird die ja im Ausland häufiger mit der (unaufgearbeiteten) Nazivergangenheit und der Meinung, diese Ideologie sei längst nicht Vergangenheit, konfrontiert.
Wirklich lächerlich.

Frodenhausen

24.10.2013, 14:07 Uhr

Mit dem Lügner Pofalla kann man nur jedes Gespräch ablehnen, denn schließlich hat er die Spionageaffäre für beendet erklärt. Und nun Merkel selbst als Opfer??? Kann diese Frau dennoch diesen Pofalla halten??? Niemals! Das ist ja wie bei der Brandt-Affäre. Brandt allerdings hatte Eier in der Hose und trat zurück!

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