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11.04.2012

06:51 Uhr

Mitten im Wahlkampf

Linke-Chefin Gesine Lötzsch tritt ab

Parteiintern war sie sehr umstritten. Jetzt ist Gesine Lötzsch überraschend als Co-Vorsitzende der Linkspartei zurückgetreten. Mitten in zwei Landtagswahlkämpfen steht die Linkspartei nun ohne Vorsitzende da.

Pressekonferenz zum Lötsch-Rücktritt

Video: Pressekonferenz zum Lötsch-Rücktritt

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BerlinMitten in zwei Landtagswahlkämpfen steht die Linkspartei ohne Vorsitzende da. Wenige Wochen vor den Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen ist Parteichefin Gesine Lötzsch überraschend zurückgetreten. In einer Mail schrieb Lötzsch: „Meine familiäre Situation lässt eine häufige Abwesenheit von meinem Wohnort Berlin nicht mehr zu.“ Die Entscheidung habe sie „reiflicher Überlegung“ gefällt, so die auch parteiintern umstrittene Politikerin. Lötzsch kündigte an, sie wolle sich in Zukunft auf ihr Mandat als Bundestagsabgeordnete konzentrieren.

Die 50-Jährige ist seit Mai 2010 zusammen mit Klaus Ernst Vorsitzende der Linkspartei. Noch im Oktober hatte sie erklärt, dass sie bei der Wahl der neuen Parteiführung in diesem Jahr erneut für den Parteivorsitz kandidieren wolle.

Lötzsch und Ernst standen seit Monaten wegen schwacher Umfragewerte unter Druck. Parteiintern wurde bereits damit gerechnet, dass bei einer Niederlage bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 13. Mai die Debatte um die Vorsitzenden neu angefacht wird. Die Linkspartei könnte Umfragen zufolge in Nordrhein-Westfalen den Wiedereinzug in den Landtag verpassen.

Gesine Lötzsch. dpa

Gesine Lötzsch.

Damit würde die aus PDS und WASG hervorgegangene Partei fünf Jahre nach ihrer Gründung ein verheerendes Signal aussenden. Die Wahl zwischen Rhein und Ruhr gilt als wichtiger Test für die Bundestagswahl 2013.

Beobachtern zufolge könnte die Linkspartei ein Opfer des Erfolgs der Piratenpartei werden, die zuletzt auch bundesweit deutlich an Zustimmung gewann. Beide Parteien schöpfen aus dem großen Reservoir der Politikverdrossenen, die sich von Union, SPD, FDP und Grünen abwenden. Nach Umfragen gelingt es den Piraten aber besser als der Linkspartei, Protestwähler anzuziehen.

Ihr plötzlicher Rücktritt zwingt der Partei jetzt vor den Landtagswahlen Anfang Mai eine Führungsdebatte auf. Für die Nachfolge Lötzschs muss die Linke eine Frau wählen. Wer das sein könnte, ist noch nicht abzusehen. Auch wer die männliche Hälfte der Doppelspitze stellt, ist noch unklar. Ernst hat sich bislang nicht dazu geäußert, ob er noch einmal kandidiert. Einen Gegenkandidaten hat er aber schon. Bundestagsfraktionvize Dietmar Bartsch hatte seinen Hut schon Ende November in den Ring geworfen.

Ob Ex-Parteichef Oskar Lafontaine erneut für den Vorsitz kandidiert, ist Gegenstand zahlreicher Spekulationen. Lafontaine gilt als Gegner Bartschs. Zu einer Kandidatur hat er sich bislang aber nicht geäußert und war auch am Dienstagabend nicht erreichbar.

Lötzschs Ko-Vorsitzender Ernst hat sich bisher in der Frage einer erneuten Kandidatur nicht festgelegt. Vor wenigen Tagen hatte Linken-Parteivize Heinz Bierbaum Berichte über Absprachen über die künftige Parteiführung dementiert. Über die künftige Parteispitze soll Bierbaum zufolge erst nach der nordrhein-westfälischen Landtagswahl im Mai entschieden werden.

Kommentare (6)

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Erwin

10.04.2012, 23:49 Uhr

Daß ihr Partner erkrankt ist, tut mir ausgesprochen leid. So etwas ist immer ein Schicksalsschlag. Hut ab, Frau Lötzsch, vor dieser Entscheidung zugunsten des Partners!
Für die Partei wiederum könnte ein Personalwechsel an der Spitze von Vorteil sein: sie könnte für alte SPDler wählbarer werden.(...)
+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

Was-ist-wichtig

11.04.2012, 00:30 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

Account gelöscht!

11.04.2012, 07:02 Uhr

Oskar wird sicher seine Freundin Sara auf die Bühne der großen Politik schieben , hat sich die Frau Wagenknecht doch genau einen solchen förder versprochen als sie sich mit Oskar in der Öffentlichkeit zeigte .
Den wird sie auch brauchen , denn eigene Leistungen die sie für dieses amt Prädestiniert kann sie leider nicht vorweisen .

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