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27.01.2010

11:33 Uhr

Mobiles Internet

Brüderle fordert schnellen Ausbau

VonSandra Louven , Thomas Sigm

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat die Telekomanbieter aufgefordert, die Frequenzen aus der geplanten Mobilfunkauktion zügig für den Bau von schnellen Mobilfunkverbindungen auf dem Land zu nutzen. Dazu lädt er die Chefs der Telekomkonzerne zum Dialog.

Mobiles Internet soll auch in ländlichen Gegenden verfügbar sein. Quelle: dpa

Mobiles Internet soll auch in ländlichen Gegenden verfügbar sein.

HB BERLIN. „Insbesondere in bisher noch nicht angeschlossenen Gebieten sollte eine Basisversorgung ermöglicht werden,“ sagte Brüderle gestern in einem Gespräch mit der Telekom–Branche.

Der Bundeswirtschaftsminister hatte 17 Chefs von Mobilfunk-, Festnetz und Kabelkonzernen ebenso wie Verbände zu einem „Branchendialog“ eingeladen. „Mir ist wichtig, zu sehen, was Politik und Wirtschaft gemeinsam tun können, damit der Produktionsstandort Deutschland fit für die Zeit nach der Krise wird“, sagte Brüderle. Im Mittelpunkt standen der Breitbandausbau, die für April anstehende Mobilfunkauktion und das Telekommunikationsgesetz. Der Bundeswirtschaftsminister kündigte an, die Vorgaben des neuen EU-Rechtsrahmens so rasch wie möglich in deutsches Recht umzusetzen, damit der Markt zusätzlich investieren und den Breitbandausbau im Wettbewerb voranbringen könne.

Die Unternehmen nutzten die Gelegenheit, um ihre Forderungen zu formulieren. So erklärte der Mobilfunker E-Plus, wieso die geplante Frequenzauktion den Wettbewerb behindere. Die KPN–Tochter hat ebenso wie die Telefónica-Tochter O2 gegen das Auktionsdesign geklagt. Beide fürchten, dass die Branchenriesen T-Mobile und Vodafone bei der Versteigerung bevorzugt werden könnten. Vermutlich Mitte März findet ein Gerichtstermin zu der Klage statt, kurz nach Ostern dürfte die Versteigerung starten. Genaue Termine gibt es noch nicht. Die Frequenz-Auktion ist die größte, die es in Deutschland je gegeben hat. Ihr Ausgang entscheidet wesentlich über die Marktchancen der Unternehmen in den kommenden Jahren.

Auch die Festnetzanbieter nimmt Berlin in die Pflicht. Sie sollen bis 2014 zwei Drittel der Haushalte mit Hochgeschwindigkeitsnetzen von 50 MB pro Sekunde ausrüsten. Man sei dabei „auf einem guten Weg“, heißt es aus dem Ministerium. Brüderle zeigte sich offen für ein gemeinsames Vorgehen der Wettbewerber bei dem kostspieligen Ausbau. „Durch Kooperationen können weitere Regionen zu wirtschaftlichen Bedingungen mit Glasfaser erschlossen werden“, sagte er.

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