Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.08.2014

20:49 Uhr

Modellauto-Affäre

Steuerfahndung ermittelt gegen Haderthauer

Betrugsvorwürfe ehemaliger Geschäftspartner, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und jetzt auch noch die Steuerfahndung. Für Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer dürfte das Sommerloch dieses Jahr ausfallen.

Betrugsvorwürfen und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sieht sich Christine Haderthauer, Staatsministerin und Leiterin der Bayerischen Staatskanzlei (CSU), bereits ausgesetzt. Nun ermittelt auch noch die Steuerfahndung. Zudem erklären ehemalige Geschäftspartner: Es ging immer nur um Geld. dpa

Betrugsvorwürfen und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sieht sich Christine Haderthauer, Staatsministerin und Leiterin der Bayerischen Staatskanzlei (CSU), bereits ausgesetzt. Nun ermittelt auch noch die Steuerfahndung. Zudem erklären ehemalige Geschäftspartner: Es ging immer nur um Geld.

MünchenIn die Modellauto-Affäre um Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) hat sich auch die Steuerfahndung eingeschaltet. Konkret geht es dabei um die Frage, ob die Gewinne der Haderthauer-Firma Sapor Modelltechnik gegenüber dem Finanzamt und einem früheren Gesellschafter bewusst geschmälert wurden, wie „Spiegel Online“ am Donnerstagabend berichtete.

Insgesamt gehe es nach Ermittlungen der Steuerfahndung um einen Betrag in Höhe von 143 500 Euro, den das Ehepaar Haderthauer den Behörden wie auch ihrem damaligen Mitgesellschafter Roger Ponton verschwiegen haben könnte. Dem Bericht zufolge hatten Augsburger Fahnder am 21. Mai das Haus der Haderthauers in Ingolstadt durchsucht.

Christine Haderthauer war Anfang der 1990er Jahre als Gesellschafterin in die Firma eingestiegen, für die psychisch kranke Straftäter in Krankenhäusern Modellautos bauten. Hauptkonstrukteur war ein dreifacher Mörder, den Haderthauers Ehemann Hubert als Arzt im Maßregelvollzug kennengelernt hatte. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt wegen Betrugsverdachts gegen das Ehepaar Haderthauer.

Grundlage ist eine Anzeige Pontons, der 2011 von dem Ehepaar 20 000 Euro Abfindung für seinen Anteil erhalten hatte. Ponton glaubt, dass sein Anteil das Doppelte bis Dreifache wert war. Die Hausdurchsuchung der Steuerfahnder könnte seine Vermutung stützen. Laut „Spiegel Online“ könnten Ponton geschätzte 72 000 Euro entgangen sein.

Ermittlungen wegen Betrug: Haderthauer verliert Rückhalt in den eigenen Reihen

Ermittlungen wegen Betrug

Haderthauer verliert Rückhalt in den eigenen Reihen

Öffentlich angegriffene Personen, die Rückendeckung aus den eigenen Reihen bekommen, halten sich meist zurück und warten, bis der Rummel um ihre Person abgeklungen ist. Nicht so die Chefin der Bayerischen Staatskanzlei.

Ponton und ein weiterer ehemaliger Geschäftspartner, Friedrich Sager, widersprachen am Donnerstag auch der Darstellung Haderthauers, die Beteiligung an der Firma Sapor Modelltechnik sei ein „von Idealismus getragenes Engagement finanzieller Art“ gewesen. Tatsächlich habe das Geschäftsinteresse im Vordergrund gestanden, sagten sie im Bayerischen Fernsehen. „Es ging nur darum, möglichst schnell die Fahrzeuge fertigzustellen und sie zu verkaufen, dass die Investitionen wieder zurückkommen und dass Geld verdient wird“, sagte Sager dem Sender.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Manfred Zimmer

08.08.2014, 07:59 Uhr

Die Sache hat zwei Komponenten, die man getrennt sehen muss.

Da gibt es einmal den "Beschiss" des Teilhabers.
Und es gibt die Ausbeutung von Kranken.

Das sind zwei Komponenten in der gleichen Richtung, die die kriminelle Energie des Paares aufzeigen, auf die Horst Seehofer baut.

Eigentlich die besten Voraussetzungen für einen guten Job als Leiterin einer politisch so wichtigen Behörde.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×