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20.10.2014

12:04 Uhr

„moderne Sklaverei“

DGB will digitale Billigjobs stärker bekämpfen

Große Hoffnungen und enorme Sorgen ruft die digitale Revolution hervor, die in Unternehmen und Gesellschaft im Gang ist. Zum Nationalen IT-Gipfel wendet sich der DGB gegen neue prekäre Verhältnisse.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sieht mit der digitalen Revolution auch neue Aufgaben auf die Gewerkschaften zukommen. Es entstünden neue digitale Billigjobs die „eine Art moderne Sklaverei“ darstellten. dpa

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann sieht mit der digitalen Revolution auch neue Aufgaben auf die Gewerkschaften zukommen. Es entstünden neue digitale Billigjobs die „eine Art moderne Sklaverei“ darstellten.

BerlinVor dem IT-Gipfel der Bundesregierung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) neuen digitalen Billigjobs ohne Arbeitnehmerrechten den Kampf angesagt. „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie hier eine Art moderne Sklaverei entsteht, mit einem Wettbewerb um Löhne nach unten“, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin.

Die digitale Arbeitswelt biete klare Chancen, aber auch Risiken, denen sich die Gewerkschaften stellen müssten. Auf dem Nationalen IT-Gipfel an diesem Dienstag in Hamburg stehen Wettbewerb, Sicherheit und Arbeiten im digitalen Wandel im Zentrum. Neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehreren Kabinettsmitgliedern werden unter anderem Vorstände großer deutscher Unternehmen erwartet.

Hoffmann warnte: „Die vermeintliche Freiheit, einfach Geld zu verdienen mit Jobs wie Crowdworking oder über digitale Putzhilfenvermittler könnte sich als Falle entpuppen.“ Dann entstehe ein digitales Proletariat ohne jeden sozialen Schutz. Beim Crowdsourcing oder -working vermitteln Online-Plattformen einfache Aufgaben von Unternehmen, die Mitarbeiter am PC etwa daheim erledigen.

Sozialversicherungsbeiträge und Zuschläge etwa für Nachtarbeit fallen weg. Die Leute sollen dafür zum Beispiel bestimmte Daten abgleichen, Adressen recherchieren, Bilder verschlagworten. Der DGB-Chef versicherte: Die Gewerkschaften würden sich dem stellen.

„Warum sollen in der digitalen Welt keine Arbeitnehmerrechte gelten?“, so Hoffmann. Er räumte ein, es sei noch offen, wie sich Tarifverträge und Mitbestimmung übertragen lassen. „Da wird es sicher kreative Antworten geben, die in diese Welt passen.“ Doch ohne gehe es nicht. „Online-Unternehmen sind auch nur Unternehmen mit realen Mitarbeitern, Auftragnehmern und Kunden, die reale Verträge abschließen müssen.“

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