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06.02.2015

11:49 Uhr

Münchner Sicherheitskonferenz

Düstere Aussichten für die Weltkrisenlöser

VonDietmar Neuerer

ExklusivKrieg in der Ukraine, Terror in Nahost, Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer: Die Welt wird beherrscht von Krisen. Die Münchner Sicherheitskonferenz sucht Lösungen. Doch die Aussichten sind denkbar schlecht. Warum?

Seit der letzten Sicherheitskonferenz in München vor einem Jahr hat sich die weltpolitische Lage dramatisch zugespitzt. Doch das die Weltkrisenlöser Rezepte gegen die vielen Konflikte finden werden, ist eher unwahrscheinlich. dpa

Erdkugel

Seit der letzten Sicherheitskonferenz in München vor einem Jahr hat sich die weltpolitische Lage dramatisch zugespitzt. Doch das die Weltkrisenlöser Rezepte gegen die vielen Konflikte finden werden, ist eher unwahrscheinlich.

BerlinDie Lage der Welt könnte schlimmer nicht sein. Das hat wenig mit Griechenland und seinem Überschuldungsproblem zu tun. Was die Politik deutlich mehr in Atem hält, ist der Terror der Dschihadisten-Miliz IS, der sich immer weiter verschärfende Krieg in der Ost-Ukraine und die wachsende Bedrohungslage nach den Anschlägen von Paris.

Vor diesem Hintergrund beginnt heute in München das größte und wichtigste sicherheitspolitische Treffen. Zur 51. Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel Bayerischer Hof werden mehr als 400 Teilnehmer aus fast 80 Ländern erwartet, darunter etwa 20 Staats- und Regierungschefs sowie rund 70 Außen- und Verteidigungsminister.  Als Gäste werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), US-Vizepräsident Joe Biden, der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko und Russlands Außenminister Sergej Lawrow erwartet.

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Bis Sonntag wird über alle großen Krisen diskutiert. Im offiziellen Programm stehen mehr als 20 Reden und Podiumsdiskussionen. Viel wichtiger sind aber meist die Gespräche, die am Rande der Veranstaltung geführt werden. Die Frage aller Fragen ist: Kann es den Weltpolitik-Akteuren gelingen, Mittel und Wege zu finden, die vielen Krisen einzudämmen – oder gar zu lösen?

Joachim Krause, Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK), schätzt die Erfolgsaussichten für die Krisenlöser denkbar schlecht ein. Nüchtern analysiert er die Ursachen für das Desaster der Welt. Das größte Manko, findet er, ist, dass die USA und ihr Präsident Barack Obama als verlässlicher Krisenlöser ausfallen. „Der Unwille Obamas, die internationale ordnungspolitische Rolle der USA wahrzunehmen, wird weltweit zu Verunsicherung und Anarchie beitragen“, sagte der Politikwissenschaftler dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).

Joachim Krause, Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK). (Foto: PR)

Joachim Krause

Joachim Krause, Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK). (Foto: PR)

Es ist aber nicht nur die Schwäche der US-Regierung, die die weltweiten Unsicherheiten befeuert. Krause, der auch dem Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik angehört, der obersten Fortbildungsstätte des Bundes, nennt weitere Gründe. Im Interview erläutert er, warum die Münchner Sicherheitskonferenz auf die wichtigsten Fragen wohl keine zufriedenstellenden Antworten geben wird.

Kommentare (32)

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Herr Vittorio Queri

06.02.2015, 12:01 Uhr

>> Das Minsker Protokoll wurde von den mutmaßlichen Separatisten von Anfang an nur als Atempause verstanden, um erobertes Terrain zu konsolidieren und die militärische Schlagkraft zu erhöhen >>

Ein absolut unqualifizierter und unsachlicher Kommentar.

Die Aufständischen haben der Atempause zugestimmt, als sie auf dem Weg der Einnahme der Stadt Mariupol waren.

Sie haben zugunsten der Waffenruhe ihren Vorstoß gestoppt.

Bildzeitungsniveau und Lügenpropaganda !



Herr mathias müller

06.02.2015, 12:11 Uhr

Es zeugt bereits von reichlich Naivität, von den Verursachern eine Lösung der
Krise zu erwarten.
"Wir brauchen Abschreckung"????
Angesicht der agressiven Markteroberungspolitik und der Osterweiterung
der EU/NATO
Dürfte eher die Frage aufkommen:
Brauchen wir wieder einen Ausgleich zu der westlichen Allianz, die sich
zusehens als WELTBESTIMMER darstellt.
Einseitige Stärke ist IMMER als Bedrohung der anderen Seite zu bewerten.

Wie kann es sein, dass POLEN aus Rache an den Russen die NATO als WAFFE
benutzen kann.Oder sind da noch andere die auf RACHE aus sind?

Herr C. Falk

06.02.2015, 12:13 Uhr

Dieser Joachim Krause ist eindeutig ein Parteigänger derjenigen, die an einer globalen Konflikverschärfung Interesse haben und ein Lobbyist der Rüstungsindustrie und des militärisch-poltischen Koplexes.

Leute wie Krause, die nicht umfassend objektiv eine Lagebeschreibung vornehmen, sondern schon was ihre Wortwahl betrifft, zu Mitteln greifen, die objektiv manipulierenden Charakter haben,gehören zu der Sorte von "Sachverständigen"die nicht die Sache verstehen wollen, sondern Interessenpartei sind.

Ich vermute stark, der Mann ist gesponsert..

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