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24.07.2014

17:29 Uhr

Mütterrente

Irritation über Rentenbescheide

Bürokratieabbau ist ein hehres Ziel: leicht formuliert, schwer erreichbar. So verschickt die Rentenversicherung derzeit Rentenbescheide, die viele in die Irre leiten. Grund sind missverständliche Formulierungen.

Da half auch ganz genaues Lesen nur bedingt: Missverständliche Rentenbescheide sorgten für Irritationen und Sorgen bei Rentnerinnen. Diese hatten angesichts der Formulierungen in dem Bescheid das Gefühl, ihnen werde die neue Mütterrente vorenthalten. dpa

Da half auch ganz genaues Lesen nur bedingt: Missverständliche Rentenbescheide sorgten für Irritationen und Sorgen bei Rentnerinnen. Diese hatten angesichts der Formulierungen in dem Bescheid das Gefühl, ihnen werde die neue Mütterrente vorenthalten.

BerlinDie neuen Bescheide über die aktuelle Rentanpassung sorgen für Verunsicherung. Darin wird bei flüchtigem Lesen der Eindruck erweckt, die neue Mütterrente für Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, sei in dem Bescheid bereits berücksichtigt - und zwar nur mit einem minimalen Betrag. Selbst für Experten ist das Schreiben der Rentenversicherung missverständlich formuliert.

Tatsächlich erhielt keine Rentnerin den zum Monatsbeginn per Gesetz deutlich angehobenen Betrag für Kindererziehungszeiten überwiesen. Dies wird frühestens mit der August-Rente geschehen, kann sich aber auch noch bis zum Winter hinziehen. Die verbesserte Mütterrente wird in jedem Fall rückwirkend zum 1. Juli ausbezahlt.

Bei Tausenden der Betroffenen machte sich die Sorge breit, leer auszugehen. „Das Schreiben löst unnötige Nachfragen und Misstrauen aus“, kritisierte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, in der „Rhein-Zeitung“ (Donnerstag). Beim Bundesverband der Rentenberater häuften sich die Anrufe massiv: „Wir haben in den vergangen Wochen eine große Zahl von Anruferinnen, die ziemlich irritiert sind“, sagte die Verbandspräsidentin Marina Herbrich.

Die schwarz-roten Pläne zur Mütterrente

Einen Rentenpunkt mehr

Mütter bekommen für Kinder, die vor 1992 geboren sind, einen Rentenpunkt mehr. Das erhöht im Westen die Rente um gut 28 Euro im Monat und im Osten um knapp 26 Euro. Mütter von später geborenen Kindern erhalten weiterhin drei Rentenpunkte.

Zum 1. Juli

Die Rentenversicherung will das zusätzliche Geld als Zuschlag zahlen. Andernfalls müsste sie 9,5 Millionen laufende Renten neu berechnen. Da die Umstellung Zeit kostet, werden viele erst im Oktober oder später mehr Geld auf dem Konto haben. Gezahlt wird aber rückwirkend vom 1. Juli an.

Kosten der Mütterrente

Auf ein Jahr bezogen kostet die höhere Mütterrente laut Entwurf 6,7 Milliarden Euro, für 2014 schlagen 3,3 Milliarden Euro zu Buche. Bis 2030 sinkt nach Annahmen des Arbeitsministeriums die jährliche Summe auf 6,1 Milliarden Euro.

Der in diesen Tagen versandte Bescheid an die gut 20 Millionen Rentner informiert neben der alljährlichen Rentenanpassung zum 1. Juli - im Westen plus 1,67 Prozent, im Osten 2,53 Prozent - auch über die entsprechend prozentual angepasste Mütterrente. Und zwar jene Version, die ältere Frauen für ein Jahr Kindererziehung schon erhalten. Gehofft hatten sie aber nach der jüngsten Gesetzesänderung auf den doppelten Betrag. Viele Betroffene gewannen den Eindruck, die Aufbesserung werde ihnen vorenthalten.

Erst wer sich mühsam durch den Text des Schreibens kämpft, erfährt weiter hinten, dass der Zuschlag aus der „Höherbewertung von Zeiten der Kindererziehung für Geburten vor 1992“ in dem Bescheid noch nicht enthalten ist. Diese Mütterrenten würden unaufgefordert neu berechnet und dann den Betroffenen mitgeteilt, heißt es in dem Schreiben.

Von der verbesserten Mütterrente profitieren rund 9,5 Millionen Frauen und etwa 200 000 Männer. Die Betroffenen erhalten einen zusätzlichen Rentenpunkt gutgeschrieben: Pro Kind sind dies brutto bis zu knapp 29 Euro monatlich im Westen und gut 26 Euro im Osten. Dies entspricht einer Verdoppelung des bisherigen Anspruchs.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.07.2014, 18:51 Uhr

"...weiter hinten steht geschrieben..."
Nunja; zum besseren Verständnis sollte immer alles gelesen werden - das hilft ungemein.

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