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11.05.2012

10:04 Uhr

Muss Röttgen gehen?

In der NRW-CDU wetzen sie schon die Messer

VonBernd Kupilas

An einen Wahlsieg am Sonntag glaubt in der CDU keiner mehr. Die Frage ist: Muss Spitzenkandidat Norbert Röttgen nach einer krachenden Niederlage den Parteivorsitz in Nordrhein-Westfalen räumen?

CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen: 30 Prozent muss er holen. dpa

CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen: 30 Prozent muss er holen.

Seit Wochen verharrt die CDU bei schwachen Umfragewerten, eine Niederlage am Sonntag scheint sicher, allenfalls eine Große Koalition noch erreichbar. In der Partei wird nun spekuliert, ob Röttgen nach dem Landtagswahl noch Vorsitzender des Landesverbandes bleiben kann.

„Wenn das Ergebnis unter 30 Prozent bleibt, wird er wohl aufgefordert werden zu gehen“, sagt ein hochrangiger nordrhein-westfälischer CDU-Politiker zu Handelsblatt Online. Aber selbst wenn die CDU knapp über 30 Prozent landet, hätte Röttgen für die Christdemokraten das schlechteste Landtagswahlergebnis seit 1950 geholt.

Stoff für eine Personaldiskussion gibt das allemal. Für Röttgen wäre der Verlust des Parteivorsitzes ein unrühmliches Ende, nachdem er sich den Posten erst vor zwei Jahren in einem Mitgliederentscheid gegen Armin Laschet erkämpft hatte. Röttgen holte rund 55, der ehemalige Integrationsminister Laschet rund 45 Prozent.

Röttgens einsamer Kampf für die CDU

Video: Röttgens einsamer Kampf für die CDU

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Die CDU Nordrhein-Westfalen lag damals moralisch am Boden. Sie hatte unter Jürgen Rüttgers erst fulminant die jahrzehntelange Vormachtsstellung der SPD gebrochen, war aber nach nur fünf Jahren wieder schmählich abgewählt worden. Röttgen galt in dieser Situation als  Hoffnungsträger, der den Christdemokraten eine Machtperspektive eröffnen sollte. 

Wer aber käme nach Röttgen? Wirklich breit ist das Personaltableau der CDU nicht. Armin Laschet hat immer noch eine starke Position in der Partei. Er wäre ein Nachfolge-Kandidat, aber er wird kaum offen als Königsmörder auftreten wollen. Das sähe wie eine Retourkutsche für den verlorenen Mitgliederentscheid aus.

Der zweite starke Mann im Landesverband ist Ex-Arbeitsminister und Oppositionsführer Karl-Josef Laumann. Er gehört zum Arbeitnehmerflügel der CDU und  pflegt einen guten und engen Draht zu den Gewerkschaften. In der Partei ist er allgemein anerkannt, ein bodenständiger und sympathischer Westfalen mit dem Hang zum erfrischenden Poltern. Für die Führung der Christdemokraten wäre er aber womöglich einen Hauch zu weit links, außerdem gilt er als zu loyal, um Röttgen zu stürzen.

Laschet und Laumann würde aber wahrscheinlich die Aufgabe zukommen, die CDU in eine Große Koalition zu führen, wenn Rot-Grün die Mehrheit verpasst und die SPD ein solches Bündnis mitmacht. Wenn es so weit kommt, „werden die beiden das wohl übernehmen müssen“, heißt es in der CDU. Ob Röttgen dann gleichzeitig Parteichef an Rhein und Ruhr bleiben will und kann, ist eine andere Frage.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

11.05.2012, 10:07 Uhr

Unsere Politiker fordern viel von den Unternehmern und Mitarbeitern in Deutschland. Ausbildung, KnowHow, Einsatz. Wenn ich sehe, wie Herr Röttgen sich in Interviews schlägt, welche Konzepte er für NRW vorgelegt hat, wie schleppend die Energiewende läuft.... So leid es mir tut, aber er gehört sicherlich nicht in eine Führungsposition.

Wir_sind_das_Volk

11.05.2012, 10:21 Uhr

Herr Röttgen ist wohl das schlimmste was der CDU derzeit passieren kann. Politisch völlig unterbelichtet, von sozialer Kompetenz keine Spur und Machtbessenenheit alla Mussolini. Wer solchen Leuten den Weg an die Macht ebnet, braucht hinterher nicht rumheulen wenn das Land vor die Hunde geht...

Account gelöscht!

11.05.2012, 11:17 Uhr

Die NRW-Wahl ist für die CDU versiebt. Wie konnte NRW-CDU nur den Juristen Röttgen zum Kandidaten wählen. Schon Rüttgers war nicht überzeugend in seinem Amt. NRW braucht einen Kandidaten mit Visionen für NRW, der den Menschen Hoffnung und Zuversicht bringt (und dies nicht nur verspricht sondern auch inhaltlich füllt), dem die Menschen abnehmen, das es wieder aufwärts gehen kann. Röttgen bringt das alles nicht. Sein Handeln wird vom Bemühen um seine eigene Karriere getrieben - das merkt man und das fällt am Sonntag ins Gewicht.
Auch in Berlin gibt es nichts großes über NR. Das Umweltministerium hat er nie richtig in den Griff bekommen. Fehlende Sachkenntnisse insbesondere im Energiebereich führen dazu, dass er keine klare Linie erkennen lässt. Energie und Umwelt sind sehr dynamische Fachgebiete ein Graus für einen Juristen dem das statische Denken (Gesetze)sehr viel näher liegt. So ist es kein Wunder, dass im Umweltministerium nach wie vor die SPD und die Grünen die Geschicke bestimmen.
Die CDU sollte NR zügig auf eine passende Bahn bringen. Als Präsident der Klosterkammer von NRW (wenn es die denn gäbe) ist er sicher zu jung, aber in Brüssel könnte selbst er die personell völlig ungenügenden deutschen Stellenbesetzungen aufwerten.

Otto Dest

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