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25.01.2010

10:03 Uhr

Nabu-"Auszeichnung"

Dinosaurier üben sich in Solidarität

VonKlaus Stratmann

Es gibt Auszeichnungen, die niemand haben will: „Goldene Zitronen“ für Minderleistungen unterschiedlicher Art oder den „Worst Dressed Award“ zum Beispiel. Und auch der vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) vergebene „Dinosaurier des Jahres“ gehört dazu. Jetzt bekommt ihn Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

"Dinosaurier des Jahres": Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Quelle: ap

"Dinosaurier des Jahres": Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

HB. Ende Dezember 2009 ging die Auszeichnung an den Präsidenten des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Hans-Werner Sinn. Nabu-Chef Olaf Tschimpke sagte zur Begründung, Sinn sei ein „Dampfplauderer mit egoistischem Sendungsbewusstein“, der „hemmungslos seine veralteten Theorien vom alles regulierenden Markt“ verbreite und kaum eine Gelegenheit auslasse, die moderne Umweltpolitik zu attackieren.

Jetzt bekommt der Gescholtene Schützenhilfe: Der frühere BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel solidarisiert sich in einem offenen Brief mit Sinn. Henkel, der den Nabu-Dino bereits 1995 erhielt, schreibt, er selbst habe „die ideologische Verblendung der Führung des Nabu in Sachen Klimapolitik kennenlernen dürfen“. Sinns Argumentieren sei dagegen „eine Wohltat sowohl in intellektueller als auch in ethischer Hinsicht“. Von Solidaritätsbekundungen anderer Nabu-Preisträger, darunter Air-Berlin-Chef Joachim Hunold (2007) und Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos (2008), ist nichts bekannt. Sie hüllen lieber den Mantel des Schweigens über den Dino.

Kommentare (2)

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Triceratops

27.01.2010, 11:33 Uhr

Mir ist es lieber, wenn der Markt regelt als dass der Staat reguliert. in der Marktwirtschaft entscheidet der Kunde und nicht der Staat, was er kauft und reguliert so das Angebot. Die Planwirtschaft ist spätestens seit 1989 tot. Sollten die Einspeisevergütungen so weiterlaufen wie bisher, wird es die "Marktwirtschaft" auch bald sein. Die Kosten würden in die billionen laufen. Und die DDR hat bewiesen: die Planwirtschaft war das umweltschädlichere System. Um sich Umweltschutz leisten zu können, benötigt man eine gewinnbringende Wirtschaft.

s5p

27.01.2010, 20:30 Uhr

Der Nabu sollte sich den Dino-Preis am besten selbst verleihen. Das wäre konsequent und plausibel.

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