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22.05.2014

17:45 Uhr

Nach Ärger um Wahlwerbung

AfD verlost „taz“-Abonnements

VonDietmar Neuerer

Die linke Tageszeitung „taz“ hat sich großen Ärger eingehandelt, weil sie Werbung der AfD abgedruckt hat. Die Anti-Euro-Partei springt dem Blatt nun bei – mit einer ungewöhnlichen Hilfsaktion.

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Mit einer ungewöhnlichen Aktion ergreift die AfD Partei für die taz-Verlagsleitung (Screenshot).

BerlinMit der Schaltung einer Anzeige der Alternative für Deutschland (AfD) im Berlin-Teil der „taz“ hat die linke Tageszeitung viel Kritik auf sich gezogen. In der Redaktion ist über die Veröffentlichung heftig gestritten worden. Etliche Redakteure aus dem Berlin-Teil sprachen sich gegen AfD-Anzeigen der „taz“ aus, einige aufgebrachte Leser sollen sogar ihr Abonnement gekündigt haben.

Der Anti-Euro-Partei kommt der Zwist kurz vor der Europawahl am Sonntag sehr gelegen. Via Facebook springt der Berliner Landesverband der AfD dem Verlag bei – mit sehr viel Lob und einer ungewöhnlichen Hilfsaktion.

„Wir meinen: taz lesen und AfD wählen ist voll ok!“, schreibt die Partei zunächst. Die „taz“ sei eine „Bereicherung für unsere Medienlandschaft“, so wie die AfD eine „Bereicherung für unsere Parteienlandschaft“ sei. Danach heißt es dann: „Deshalb wollen wir die taz unterstützen und die wegen unserer Anzeige verlorenen gegangenen Abos symbolisch ersetzen.“ Dann fordert die AfD die User auf zu schreiben, warum „taz-Lesen und AfD wählen voll ok“ sei – und verspricht, dass unter den „überzeugendsten, klügsten, witzigsten, originellsten Antworten“ drei „taz“-Abos für jeweils ein Jahr verlost würden.

Die besagte Anzeige, um die gestritten wird, fand sich in der „taz“-Ausgabe vom 17. Mai. Auf Seite 2 des Berlin-Teils prangte ein blaues Viereck der AfD, auf dem geschrieben stand: „In irgendeine Ecke stellt man uns ja immer. In der hier waren wir noch nie.“

Wer die AfD anführt

Bernd Lucke, Sprecher

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

Konrad Adam, Sprecher

Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

Frauke Petry, Sprecherin

Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

22.05.2014, 18:00 Uhr

Herrlich, wie die Afd es schafft, dieses linke Schmierblatt vorzuführen :-)

Account gelöscht!

22.05.2014, 18:07 Uhr

Die AfD beweist damit eine Art von überlegenem Humor, der allerdings immer Kennzeichen nicht nur von Intellekt sondern auch von Humanismus und Menschlichkeit ist, und der leider so manchem verbissenen-linkem taz-Leser vollständig fremd ist.

Es ist zu hoffen nicht allen. lol

Account gelöscht!

22.05.2014, 18:43 Uhr

Das ist eben der Unterschied zwischen linkstotalitärem und liberalem Denken. Dass die TAZ-Redakteure der AfD in diesem Zusammenhang auch noch "menschenverachtende, antidemokratische Positionen" vorwerfen, ist auch ein Witz. Prima Aktion der AfD!

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