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06.04.2011

13:44 Uhr

Nach Ai-Festnahme

Deutschland verstärkt Druck auf China

Exklusiv China hat die internationale Kritik an der Festnahme des bekannten Künstlers Ai Weiwei zurückgewiesen. Die Bundesregierung bestellte den Botschafter der Volksrepublik ein. Den Grünen ist das aber zu wenig.

Westerwelle am (01.04.2011 im neuen Nationalmuseum in Peking - bei der Eröffnung der Ausstellung "Die Kunst der Aufklärung". Quelle: dpa

Westerwelle am (01.04.2011 im neuen Nationalmuseum in Peking - bei der Eröffnung der Ausstellung "Die Kunst der Aufklärung".

Düsseldorf/BerlinBundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bestellt wegen der Verhaftung des regimekritischen chinesischen Künstlers Ai Weiwei den chinesischen Botschafter in Berlin ein. Man werde ihn noch am Mittwoch zu einem Gespräch ins Auswärtige Amt bitten, sagte Westerwelle am Mittwoch in Berlin, "damit unsere Botschaft klar und unmissverständlich die chinesische Regierung erreicht." Ai Weiwei müsse umgehend wieder freikommen und die Möglichkeit haben, seiner künstlerischen Arbeit weiter nachgehen zu können, forderte Westerwelle. Ai Weiwei, der in China nicht ausstellen darf, war am Sonntag festgenommen worden und ist seitdem verschwunden.

Die Grünen warfen Westerwelle ein zu China-freundliche Haltung vor. "Die Bundesregierung fordert wohlfeil Ai Weiweis Freilassung, finanziert aber zeitgleich eine blasierte, scheinheilige und gigantomanische Ausstellung, die Chinas Umgang mit der Freiheit in keiner Weise in Frage stellt", sagte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck Handelsblatt Online. "Dabei ist doch grade die Freiheit der Meinung, der Medien und auch der Kunst das Wesen der Aufklärung, von der die Ausstellung eigentlich handeln soll."

Die Ausstellung "Die Kunst der Aufklärung" war am Freitag in Peking eröffnet worden. Sie wird vom Auswärtigen Amt mit zehn Millionen Euro unterstützt.

Beck forderte, Ai Weiwei sofort wieder auf freien Fuß zu setzen. "Zudem sollte Bundesregierung ihn in die Ausstellung einladen und dort öffentlich sprechen lassen", sagte er. "Dadurch würde die deutsche Ausstellung den Ausgang aus ihrer selbst gewählten Unmündigkeit finden." Wenn die chinesische Führung dies nicht zulasse, müssten die deutschen Kunstsammlungen ihre als Leihgaben zur Schau gestellten Exponate zurückfordern. "Denn Friedrich, Füssli oder Gainsborough hätten sich bestimmt nur ungern als Handlanger eines die Freiheit verachtenden Staatsapparates missbrauchen lassen", sagte der Grünen-Politiker. "Oder spekuliert die Bundesregierung etwa einzig auf die Ausstellung prestigeträchtiger chinesischer Sammlungen in Deutschland?"

Kommentare (3)

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TasseimSchrank

06.04.2011, 14:47 Uhr

Vielleicht haben es noch nicht alle gemerkt: Das kleine und immer kleiner werdende Deutschland hat keinerlei Einfluss auf China und seine Regierung. Da mögen manche sich albern plustern und eine Harakiri-Außenpolitik fordern. Alles nur heiße Luft für deutsche Wählerseelen! Leider!

Morchel

06.04.2011, 19:27 Uhr

Wo, was, Deutschland he hat jemand ne lupe ? habe gehört die Scheiz fällt nun bald in Amerika ein und wirde gewinnen,danach ist China dran

Account gelöscht!

23.06.2011, 12:01 Uhr

Diese Ausstellung dort ist doch ohnehin ein absoluter Unsinn.
Wir bekommen hier nicht mal eine Gedenkstätte gegen Vertreibungen, da Deutschland nicht mehr frei entscheiden kann und die Polen uns vorschreiben was wir zu tun und zu lassen haben, schließlich ist es ja das ehemalige sozialistische Bruderland der Merkel, und sie holt sich ja immer erst die Erlaubnis von dort, aber andere Länder ständig kritisieren, können die nicht mal ihre Klappe halten?
Ist mal wieder so typisch gutmenschlich deutsch.
im eigneen Land die Leute unterdrückem, die nicht stramm auf linker Linie sind, aber woanders rumplärren.
Wenn Bautzen noch geöffnet wäre, würden Systemkritiker von uns sicher auch da wieder hin kommen.
Und weiterhin China mit Entwicklungshilfe füttern.
Unsere Politiker sind doch allesamt Heuchler

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