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25.07.2016

14:03 Uhr

Nach Amoklauf in München

Kevin S. tauschte sich mit Freund über Amok-Phantasien aus

Der festgenommene Freund des Todesschützen von München wusste angeblich, dass David S. im Besitz einer Pistole und Munition war. Die rechtliche Handhabe gegen den 16-jährigen Mitwisser ist aber beschränkt.

Bis kurz vor der Tat soll sich der Münchener Todesschütze mit einem Freund gemeinsam in Tatortnähe aufgehalten haben, die Mordserie soll David S. aber alleine begangen haben, wie die Staatsanwaltschaft München mitteilte. dpa

Neue Erkenntnisse der Münchener Polizei

Bis kurz vor der Tat soll sich der Münchener Todesschütze mit einem Freund gemeinsam in Tatortnähe aufgehalten haben, die Mordserie soll David S. aber alleine begangen haben, wie die Staatsanwaltschaft München mitteilte.

MünchenDer Todesschütze von München hat sich nach Erkenntnissen der Ermittler vor seiner Tat eng mit einem Freund über Amokläufe ausgetauscht. Bis kurz vor der Tat hielten sich beide Jugendliche gemeinsam in Tatortnähe auf, die Mordserie soll David S. aber alleine begangen haben, wie die Staatsanwaltschaft München am Montag mitteilte. Kennengelernt haben sich die beiden Jugendlichen in der Psychiatrie.

Die Polizei hatte den 16-jährigen Afghanen am Sonntag unter dem Verdacht festgenommen, ein möglicher Mitwisser zu sein. Der Jugendliche hatte sich am Abend der Bluttat des 18-jährigen Deutsch-Iraners S. selbst bei der Polizei gemeldet und wurde zunächst als wichtiger Zeuge betrachtet. Später verstrickte er sich aber in Widersprüche, am Sonntag wurde er festgenommen.

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Ein vom ihm gelöschter und von der Polizei wieder hergestellter Chatverlauf zwischen den beiden Jugendlichen zeigt nach Angaben von Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch, dass sich der 16-Jährige am Freitag „unmittelbar“ vor dem Amoklauf mit S. im Bereich des Tatorts getroffen hatte. Auch soll er davon gewusst haben, dass sein Freund im Besitz der Pistole vom Modell Glock und Munition war.

„Daraus ergibt sich für uns die Möglichkeit, dass unser jetziger Beschuldigter etwas von der Tat gewusst haben könnte“, sagte Steinkraus-Koch. In dem Fall könnte dem Jugendlichen vorgeworfen werden, eine bevorstehenden Straftat nicht angezeigt zu haben.

Für Erwachsene steht darauf eine Strafe bis zu fünf Jahren, der 16-Jährige fällt aber unter das Jugendstrafrecht. Noch am Montag sollte wegen Verdunkelungsgefahr vor dem Ermittlungsrichter ein Haftbefehl beantragt werden.

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