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18.01.2010

16:58 Uhr

Nach Bartsch-Rückzug

Linkspartei verliert weiteren profilierten Kopf

Die Linkspartei kommt nach dem angekündigten Rückzug von Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch nicht zur Ruhe. Der parteiintern umstrittene thüringische Fraktionschef Bodo Ramelow gab am Montag seinen Rückzug aus dem Bundesvorstand der Partei bekannt.

Kehrt der Parteispitze den Rücken: Bodo Ramelow. Quelle: dpa

Kehrt der Parteispitze den Rücken: Bodo Ramelow.

HB BERLIN. „Ich werde auf dem Parteitag im Mai in Rostock nicht für den Parteivorstand kandidieren“, sagte er nach einer Sitzung der Parteigremien in Berlin. Dem Vorstand gehört der 53-Jährige, der Beauftragter für die Fusion mit der WASG war, seit 2004 an. Ramelow sagte, er wolle sich künftig stärker der Arbeit in der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der Linken widmen.

Zugleich erneuerte Ramelow nach dem wochenlangen Machtkampf seine Forderung nach mehr Frauen im Linken-Vorstand. Der Führungsstreit sei auch eine Folge typisch männlicher Gockelkämpfe, sagte Ramelow der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“. Als Konsequenz solle die Stellung der Frauen im Vorstand verbessert werden. „Gesine Lötzsch, Petra Pau und Dagmar Enkelmann sind drei erstklassige Kandidatinnen, die ich mir für Führungsaufgaben vorstellen kann.“ Ramelow war bis zum Sommer stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag.

Bisher wird die Linke von Oskar Lafontaine und Lothar Bisky als Co-Vorsitzenden geführt. Auch künftig soll es eine Doppelspitze geben - eventuell mit einem Mann und einer Frau. Klar ist bisher nur, dass die Linke einen neuen Parteimanager braucht: Lafontaine-Gegner Bartsch will im Mai auf dem Parteitag in Rostock nicht mehr als Bundesgeschäftsführer kandidieren - seine künftige Rolle ist unklar.

Lafontaine wird am Dienstag zum Neujahrsempfang der saarländischen Linksfraktion erwartet - es wird aber nicht damit gerechnet, dass er sich nach seiner Krebserkrankung zu seiner noch unklaren politischen Zukunft äußern wird. „Wir respektieren, dass unser Vorsitzender Oskar Lafontaine zu gegebener Zeit und unter Berücksichtigung seines Gesundheitszustands über die Art und Weise entscheidet, in der er seine politische Arbeit fortsetzt“, teilte die Partei am Montag mit.

Man wolle zur politischen Sacharbeit zurückkehren. Der Vorstand werde „rechtzeitig vor dem Parteitag“ den zuständigen Gremien einen Vorschlag zur Architektur der künftigen Parteiführung unterbreiten.

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