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16.08.2011

13:54 Uhr

Nach Boettichers Rücktritt

Die Nord-CDU stellt sich neu auf

Die Nord-CDU steht nach dem Rückzug von Boettichers vor einem personellen Neustart. Schatzmeister Arp, der als Fraktionschef in den Startlöchern steht, schließt von Boettichers Rückkehr in die Politik nicht aus.

Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Jost de Jager wird als Nachfolger für die Spitzenkandidatur gehandelt. Quelle: dpa

Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Jost de Jager wird als Nachfolger für die Spitzenkandidatur gehandelt.

KielNach dem Rückzug ihres Partei- und Fraktionsvorsitzenden Christian von Boetticher steht die schleswig-holsteinische CDU vor dem Neustart: Fraktionsvize Hans-Jörn Arp erklärte sich am Dienstag bereit, den Chefposten der Landtagsabgeordneten zu übernehmen. Als neuer Landesvorsitzender und CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Mai wurde Wirtschaftsminister Jost de Jager gehandelt.

Am Mittag kam zunächst die CDU-Fraktion im Landtag zusammen. An der Sitzung nahm auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen teil. Zudem kam Wirtschaftsminister de Jager, der kein Abgeordnetenmandat hat, zu der Sitzung. Für den frühen Nachmittag kündigten die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden eine Erklärung an. Boettichers Nachfolger soll aber nach Arps Worten erst in einer Sondersitzung in den kommenden Tagen oder in der regulären Sitzung am 23. August gewählt werden.

Arp sagte vor Beginn, er sei zur Übernahme des Fraktionsvorsitzes bereit. Er wolle aber keinesfalls eine Kampfkandidatur. Der Finanzexperte der Fraktion, Tobias Koch, bezeichnete den Landesschatzmeister als „prädestinierten Kandidaten“, ließ aber auch eigene Ambitionen durchblicken: „Ich werde mich nicht verweigern, wenn der Wunsch an mich herangetragen wird.“

Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp. Quelle: dpa

Der CDU-Landtagsabgeordnete Hans-Jörn Arp.

Boetticher war am Sonntag von seinem Parteiamt zurückgetreten und hatte am Montag auch den Fraktionsvorsitz niedergelegt. Grund war Kritik an seiner inzwischen beendeten Liebesbeziehung mit einer damals 16-Jährigen. Der 40-Jährige galt als Kronprinz des Ministerpräsidenten und sollte die CDU als Spitzenkandidat in die Landtagswahl im Mai 2012 führen.

Arp bescheinigte Boetticher ein hohes Ansehen in der Partei und schloss dessen Rückkehr in die Politik nicht aus. Auf jemanden mit seinen Qualitäten könne die Union nicht so leicht verzichten, sagte Arp im Deutschlandfunk.

Am Abend wollte auch der erweiterte Landesvorstand tagen (18.30 Uhr). Nach dapd-Informationen ist der 46-jährige de Jager bereit für die Nachfolge Boettichers als CDU-Spitzenkandidat.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Karl

16.08.2011, 15:27 Uhr

Christlich - konservativ – rechts
Der Fall v. Boetticher ist typisch für das, was sich zurzeit als christlich konservativ und rechts anpreist. Auf allen politischen Ebenen wird dem Bürger, Volk eine Vernebelungsvorstellung geboten. Der Bürger soll an das Seriöse, Ehrliche, Christliche oder gar die Wirtschaftskompetenz glauben aber in Wirklichkeit ist alles nur Fassade.
Wegen der Berufung zum Spitzenkandidaten gab v. Boetticher, weil Macht und Geld riefen, eine problematische Facebook - Liebesbeziehung auf und präsentierte gleichzeitig für das dumme Volk eine altersmäßig angemessene Partnerin. Weil innerhalb seiner Partei ebenfalls der Ruf des Geldes und der Macht gehört wurde, musste er abgesägt werden, weil sich andere für seinen Posten interessierten und man vermutete mit ihm als Kandidaten springen weniger Pfründe raus. So funktioniert heute der Konservative.
Wiesheu fuhr im Rausch einen Menschen tot und wurde später Verkehrsminister, z. Guttenberg log und betrog in seiner wissenschaftlichen Arbeit und der nachfolgenden Aufarbeitung, schreibt nun ein Buch in den USA – „Deutschland schreibt sich ohne mich ab“, falls er zurück kommt, wird er wahrscheinlich Forschungsminister, v. Boetticher wird wahrscheinlich Minister für Familie und Jugend. Es sollte nun auch unmittelbar klar sein, warum die CDU/CSU so erpicht darauf ist Facebook, E-Mails und das Internet zu kontrollieren. Christlich ist hier nur noch den Balken im eigenen Auge nicht zu sehen aber über den Splitter bei anderen lauthals zu schreien. Bei einer Reform oder Sanierung werden die Armen geschröpft und die Reichen geschont. Die Steuern für die Hoteliers wurden am Anfang der Legislaturperiode gesenkt – die Steuern für die Allgemeinheit sollen am Ende gesenkt werden. Gleichzeitig werden viele Gebühren erhöht werden. So kann eine Wirtschaft und Gesellschaft auf Dauer nicht funktionieren.


Account gelöscht!

16.08.2011, 20:52 Uhr

genau,
er kann ja seine Rückkehrwünsche schon mal mit seinen adligen Freunden von zu Guttenberg abstimmen, vielleicht werden die beiden dann-knirsch knirsch - in die Ethik-Kommission der CDU berufen.

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