Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.11.2016

14:50 Uhr

Nach Brexit-Votum

Britische Firmen fahren Produktion weiter zurück

Der Brexit zeigt weitere Folgen: Britische Firmen haben im September überraschend ihre Produktion gedrosselt. Industrie und Bergbau samt Öl- und Gas-Produzenten stellten 0,4 Prozent weniger her als im Vormonat.

Regierungschefin Theresa May will den offiziellen Antrag zum Austritt aus der Europäischen Union bis Ende März einreichen und dann Gespräche mit der EU beginnen. AP

Theresa May

Regierungschefin Theresa May will den offiziellen Antrag zum Austritt aus der Europäischen Union bis Ende März einreichen und dann Gespräche mit der EU beginnen.

LondonDie britischen Firmen haben im September überraschend ihre Produktion gedrosselt. Industrie und Bergbau samt Öl- und Gas-Produzenten stellten 0,4 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Statistikamt ONS am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einer Stagnation gerechnet, nachdem der Ausstoß im September ebenfalls um 0,4 Prozent zurückgegangen war. Insbesondere das ungewöhnlich milde Wetter sorgte dafür, dass Kraftwerke weniger stark ausgelastet waren als zu dieser Jahreszeit üblich. Auch Wartungsarbeiten auf Öl- und Gasförderplattformen in der Nordsee wirkten sich negativ aus. Die Industrie auf der Insel steigerte ihren Ausstoß um 0,6 Prozent und damit so stark wie seit April nicht mehr. Im Bergbau ging es hingegen um 3,8 Prozent bergab.

Die britische Wirtschaft hat die Folgen des Brexit-Votums vom Juni bislang überraschend gut weggesteckt. Doch war dies hauptsächlich eine Folge der weiterhin gut laufenden Geschäfte im Servicesektor. Das produzierende Gewerbe ist auf Talfahrt: Von Juli bis September sank die gesamte Produktion laut ONS um 0,5 Prozent.

Experten befürchten, dass die Verunsicherung über die künftigen Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU die Konjunktur in beiden Wirtschaftsräumen bremst. Regierungschefin Theresa May will den offiziellen Antrag zum Austritt aus der Europäischen Union bis Ende März einreichen und dann Gespräche mit der EU beginnen. Ein Londoner Gericht entschied nun jedoch, dass sie zuvor die Zustimmung des Parlaments einholen muss. Diese gilt nicht als sicher.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×