Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.05.2012

19:07 Uhr

Nach Chaos-Spiel

Fußballklubs sollen kompromisslos gegen Krawall-Fans vorgehen

Das Relegationsspiel hat gezeigt: Appelle allein können die Sicherheit in Stadien nicht gewährleisten. Während sich Berlin und Düsseldorf siegessicher geben, wird über die Folgen schon diskutiert. Nicht nur beim DFB.

Hertha BS- Fans sorgten mit Bengalos für die erste Spielunterbrechung beim Relegationsspiel in Düsseldorf. dpa

Hertha BS- Fans sorgten mit Bengalos für die erste Spielunterbrechung beim Relegationsspiel in Düsseldorf.

BerlinTrotz des Wirbels um das Relegationsspiel gibt sich Hertha BSC Berlin gelassen. „Wir trainieren wie vor einem regulären Bundesligaspiel“, sagte Hertha-Sprecher Peter Bohmbach vor. Dabei wartet Fußball-Deutschland gebannt auf das Urteil des DFB-Sportgerichts morgen in Frankfurt. Hans E. Lorenz, der vorsitzende Richter wird ab 13.30 Uhr die Verhandlung leiten. Die Aussichten von Hertha werden beim DFB intern als eher gering eingeschätzt. Der Heidelberger Sportanwalt Michael Lehner sagte hingegen bei „Spiegel Online“: „Der Verein hat Aussicht auf Erfolg.“ Die gesamte Mannschaft sei in ihrem Spielfluss gestört worden.

Die Düsseldorfer, die sich nun doch noch nicht als Bundesliga-Aufsteiger feiern lassen dürfen, sehen der Verhandlung nach eigenen Aussagen gelassen entgegen. „Das Spiel ist ordnungsgemäß beendet worden. Es handelt sich um eine klare Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters“, sagte Fortuna-Manager Wolf Werner. In jedem Fall will der Verein in großem Stil mit den Fans erst im August eine Fete steigen lassen. „Die Gründe hierfür liegen in organisatorischen und dabei vor allem in zeitlichen Abläufen“, wurde in einer Mitteilung verbreitet. Neuerliche Trainingseinheiten seien vorerst auch nicht geplant.

Bestürzung und Sorge wegen Fan-Randale in Düsseldorf

Video: Bestürzung und Sorge wegen Fan-Randale in Düsseldorf

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Bundestrainer Joachim Löw verurteilte die Vorfälle „aufs Äußerste“. „Ungeheuerlich, dass eine Minderheit von Fans vor dem Abpfiff den Platz stürmt. Wo es um so viel geht, um den Aufstieg, um die Existenz, um riesengroßen Erfolg. Da sind DFB und die Fußball-Liga gefragt. Es ist ein unglaublich schwieriges Thema“, sagte Löw im Trainingslager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Er findet viele Unterstützter.

Gegen Gewalttäter in Deutschlands Fußballstadien soll künftig kompromisslos vorgegangen werden. Politik und Polizei forderten die Profivereine zu konsequentem Handeln auf. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) kündigten nach den Vorkommnissen in der Begegnung zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC weitere Maßnahmen gegen Krawallmacher an. Über einen Einspruch des Berliner Vereins und damit den Aufstieg der Düsseldorfer in die erste Bundesliga will das DFB-Sportgericht am Freitag beraten.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) forderte von den deutschen Profiklubs, bis zum Start der neuen Fußballsaison Ende August einheitliche Verhaltensregeln für Fans zu beschließen. Die Klubs müssten dafür sorgen, dass in den Stadien das ihnen zustehende Hausrecht auch ausgeübt werde, sagte Friedrich am Mittwoch in Berlin. Er appellierte an die Vereine, die Kontrollen in den Stadien zu verschärfen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass Stadionverbote ausgesprochen und diese auch bundesweit durchgesetzt würden.

Nach den Worten des Vorsitzenden des Bundestagsinnenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU) , kann angesichts der Vorfälle in jüngster Zeit nicht zur Tagesordnung übergegangen werden. „DFL, DFB, Sicherheitsbehörden, Fanvertreter und Politik müssen sich dringend zusammensetzen und überlegen, wie die Sicherheit in den Stadien erhöht werden kann“, sagte der CDU-Innenexperte der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe).

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Fred_P.

17.05.2012, 15:43 Uhr

Ich wuerde einfach beide Vereine in die 2. Liga schicken. Schliesslich waren beide an den unschoenen Bilden schuld. Da darf es keinen "Gewinner" geben, das sind beide "Verlierer".

Account gelöscht!

17.05.2012, 18:48 Uhr

Es wird höchste Eisenbahn damit sich mit den Zwischenfällen und Ausschreitungen im Fußbal etwas grundlegend ändert.
Die DFL und der DFB als oberste Veranstalter gemeinsam mit den proficlubs haben künftig auf eigene Kasse für Ordnung und Sicherheit zu sorgen. Sie nehmen Mill. und Abermill. ein
und der dumme Polizist mit 1.500 €/mon. soll den Kopf für diese Idioten hinhalten. Wenn ich eine Veranstaltung veranlasse, trage ich die Verantwortung dafür wenn etwas schiefgeht.
Zudem sollten wir in unserer Gesellschaft die Erziehung wieder mehr in den Vordergrung stellen.
Der Eindruck, dass bei einem Fußballspiel Frust und Aggressivität rausgelassen werden, müßte doch nun auch der Dümmste mitbekommen haben.

HPBank

17.05.2012, 23:24 Uhr

Die ganze Aufregung ist doch völlig überzogen und wird von der Springerpresse angeheizt. Ich war im Stadion und es war bei weitem nicht so schlimm wie es beschrieben wird. Das die Fans den Platz geflutet haben war nätürlich zur falschen Zeit, aber durchaus üblich wenn die Endscheidung nach einer Saison gefallen ist. Die Fans waren ohne Gewalteinwirkung wieder von Platz geeilt nachdem der Irrtum bemerkt wurde. Die Spieler standen da immer noch sehr relext auf dem Platz und warteten das es weitergeht. Da der Schiedsrichter den kompletten Innenraum räumen ließ hat es halt 20 Minuten gedauert bis es weiterging. Unschön aber nicht Lebensbedrohend. Eine satte Geldstrafe für den Heimverein weil der Ordnungsdienst versagt hat ist angemessen. Bedrohlich war als die Hertha Fans die eigenen Spieler nach dem 2:1 mit Bengalos beworfen haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×