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13.12.2012

14:09 Uhr

Nach Datenklau

Lobbyismus-Branche fürchtet um ihr Image

Beispiele wie der Datenklau im Gesundheitsministerium setzen Unternehmen noch stärker unter Rechtfertigungszwang. Lobbyisten bangen nun um ihr Ansehen. Ihnen ist der seröse Auftritt bedeutend lieber.

Ex-Regierungssprecher Thomas Steg ist als Lobbyist für Volkswagen tätig. dapd

Ex-Regierungssprecher Thomas Steg ist als Lobbyist für Volkswagen tätig.

BerlinDie Lobbyismus-Branche fürchtet wegen der Affäre um Datenklau im Bundesgesundheitsministerium um ihr Ansehen. Solche Beispiele setzten Interessenvertreter der Unternehmen noch stärker unter Rechtfertigungszwang, sagte der als Lobbyist tätige frühere Regierungssprecher Thomas Steg am Freitag im Deutschlandradio Kultur.

„Wer immer dahinter stecke und sich hoffentlich dafür verantworten müsse, der hat dem Lobbyismus und der Interessenvertretung insgesamt einen Bärendienst erwiesen“, sagte Steg, der bei Volkswagen für Außen- und Regierungsbeziehungen zuständig ist. Seiner Erfahrung nach verträten die meisten Unternehmen und Verbände ihre Interessen seriös, solide und öffentlich.

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Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sprach sich wegen des Skandals für eine Überprüfung der zuletzt verabschiedeten Gesetze im Gesundheitssektor aus. „Es muss eine Untersuchung durch den Gesundheitsausschuss geben, inwieweit die gestohlenen Daten die Gesetzgebung beeinflusst haben“, sagte Lauterbach den Zeitungen der WAZ-Gruppe. Dazu müsse das Gesundheitsministerium bekanntgeben, welche Daten gestohlen worden seien.

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Mitarbeiter einer IT-Firma, der seit 2010 E-Mails, Beschlüsse, Gesetzentwürfe und andere Daten gegen Geld an einen Apotheker-Lobbyisten weitergegeben haben soll.

Dazu erklärte der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn, keiner anderen Berufsgruppe im Gesundheitswesen sei in den letzten drei Jahren mehr Geld direkt durch die Gesetze genommen worden. „Wenn es überhaupt mehr als die kriminelle Energie eines Einzelnen war, dann höchstens die Verzweiflungstat eines ziemlich erfolglosen Verbandes.“ Die Bundesvereinigung Deutsche Apothekerverbände (ABDA) hatte sich von dem Datenklau distanziert und jegliche Verantwortung dafür von sich gewiesen.

Von

afp

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

13.12.2012, 15:04 Uhr

Das Image kann doch nur besser werden!

Und dieser Fall ist doch nicht so unerwartet. Erstaunlich ist nur, daß er entdeckt wurde. Es ist die Spitze des Eisberges.

Vicario

13.12.2012, 15:09 Uhr

Zitat : Lobbyismus-Branche fürchtet um ihr Image

Seit wann hat die Korruption in Deutschland ein Image...?

Und wie sieht es aus.....sind es eventuel Samariter für unsere Politiker ?

Gute Nacht, Abendland !

miesepetra

13.12.2012, 16:11 Uhr

Vielleicht seit sie im Bundestag sitzt?!

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