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28.03.2011

06:30 Uhr

Nach Debakel-Wahl

Merz rechnet mit Zickzack-Kanzlerin ab

VonSven Afhüppe, Dietmar Neuerer, Daniel Goffart

Exklusiv Das Fiasko für die Südwest-CDU ist für Merkel ein schwerer Schlag - und könnte sie in Bedrängnis bringen. Der erste mutige Christdemokrat bläst bereits zum Angriff: Friedrich Merz fordert Konsequenzen von der Kanzlerin.

Wagt sich nach der Debakel-Wahl aus der Deckung: Friedrich Merz. Quelle: action press

Wagt sich nach der Debakel-Wahl aus der Deckung: Friedrich Merz.

Berlin/DüsseldorfAngesichts der schweren Wahlniederlage der CDU in ihrem Stammland Baden-Württemberg hält der frühere Unions-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz Konsequenzen von Bundeskanzlerin Angela Merkel für unausweichlich. "Das bricht der CDU das Rückgrat", sagte Merz dem Handelsblatt. Die Wähler hätten Merkel ihre abrupte Wende in der Atompolitik nicht geglaubt, sagte der CDU-Politiker. "Wer sich auf eine Panikwelle setzt, darf sich nicht wundern, wenn er davon überrollt wird".

Der Finanzexperte Merz hatte sich im Herbst 2009 aus der Politik verabschiedet – auch, weil er mit Merkel, die ihn einst als Fraktionschef ausgebootet hatte, nicht konnte. Machtpolitisch schaffte der Merz-Abgang für Merkel zwar Erleichterung, inhaltlich aber konnte ihr Gegenspieler nicht ersetzt werden. Keiner verbindet wie er Eloquenz und Sachkenntnis. Merz hatte die große Steuerreform für die CDU entworfen, die unter dem Namen "Bierdeckel-Reform" berühmt wurde. Nach seinem Abgang verschwand das Konzept in den Schubladen.

Jetzt wäre Merz einer, der gegen Merkel putschen könnte. Er verfügt immer noch über große Sympathien, hat die nötige Entschlossenheit und die Nerven, die man für einen solchen Coup braucht. Mit seiner Mischung aus konservativer Weltanschauung und wirtschaftlicher Kompetenz ist er eine Identifikationsfigur für die Union, die zahlreiche Nichtwähler zurückgewinnen könnte. Aber er ist nicht mehr Mitglied des Bundestages, und bislang waren die Kanzler stets Abgeordnete, selbst wenn das Grundgesetz dies nicht ausdrücklich verlangt.

Den Wirtschaftsflügel der Union hätte Merz wohl auf seiner Seite, denn auch aus dieser Richtung hagelt es Kritik an Merkel wegen des desaströsen Abschneidens der CDU im Ländle.

„Was aus Berlin in den vergangenen Monaten kam, hat erst zur Irritation der eigenen Leute geführt und dann die Wähler vergrault. Das gilt für die Steuerpolitik, die Wirtschaftspolitik, die Europapolitik und auch die Bündnispolitik“, sagte der Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union, Hans Michelbach, Handelsblatt Online. „Die Verunsicherung war im Wahlkampf in Baden-Württemberg mit Händen zu greifen.“ An der Südwest-CDU habe das aber nicht gelegen.

Kommentare (24)

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28.03.2011, 07:51 Uhr

Warum jetzt die kritik von außen Herr Merz? Warum ihre Flucht in die Wirtschaft? Sie hätten im Bundestag bleiben müßen um glaubwürdig zu sein, aber jetzt? Sie hätten der jetzigen Staatsratsvorsitzenden, von Anfang an Paroli bieten müßen, aber nein bei gegen Wind haben sie es vorgezogen die Brücke zu verlassen, deshalb meine Bitte, bleiben sie jetzt ruhig, und machen sie ihre Arbeit bei ihrem Arbeitgeber weiter.
Danke

Account gelöscht!

28.03.2011, 08:01 Uhr

Friedrich Merz wäre eine glaubwürdige Gestalt, die die Göttin der Unvernunft aus dem Tempel blasen könnte.

Verfassungsfeindin

28.03.2011, 08:52 Uhr

Merkel ist entlarft als "Verfassungsfeindin
Sie vertritt nicht die Interessen des Deutschen Volkes und damit der Bundesrepublik.
Man kann sich das nicht mehr erklären, außer sie dient
einer fremden Macht!
Löst die Maerkel ab bevor diese Deutschland und Europa an die Wand fährt
Die Altvorderen sollen sich mal dazu aufraffen bevor das zu spät ist

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