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01.06.2014

11:22 Uhr

Nach der Europawahl-Schlappe

Internes Feuer für den CSU-Chef

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer bekommt Druck aus den eigenen Reihen. Einer sehr Vorgänger macht ihn für das schlechte Ergebnis bei der Europawahl am vergangenen Sonntag mitverantwortlich.

Der frühere CSU-Chef Erwin Huber schießt gegen Horst Seehofer. dpa

Der frühere CSU-Chef Erwin Huber schießt gegen Horst Seehofer.

MünchenDer frühere CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat nach der schweren Schlappe seiner Partei bei der Europawahl gefordert, die Nachfolge von Parteichef Horst Seehofer rasch zu klären. „Die CSU muss die Weichen stellen für die Zeit nach Seehofer“, sagte Huber in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Spätestens zur Bundestagswahl 2017 müsse die neue Mannschaft stehen.

Der Parteichef habe die Übergangsphase zu gestalten, „aber nicht allein nach seiner persönlichen Lebensplanung“, sagte Huber. Die Zeit der einsamen Ansagen sei vorbei. Der frühere CSU-Chef plädierte zudem dafür, sich bei der Suche nach einem Nachfolger nicht „auf die von Seehofer installierten Kronprinzen“ zu beschränken. „Die Nachfolgefrage geht uns alle in der Partei an“, sagte Huber.

Er kritisierte auch den Europawahlkampf der CSU scharf. „Die Leute wussten nicht: Ist die CSU für Europa oder dagegen?“, sagte Huber. Der Spagat sei zu groß gewesen. So hätten einige das Spiel der eurokritischen AfD betrieben, die EU und den Euro bekämpft oder herabgesetzt.

Seehofers ZDF-Rundumschlag gegen Röttgen

Röttgens Wahlniederlage - Offizielles Interview

„Ich glaube, wir sollten etwas nicht schönreden, was nicht schön ist. Das ist die bittere Wahrheit. Das war ein Desaster gestern.“

Röttgens Wahlniederlage - Nachgespräch

„Der Röttgen hat gegen die Frau Kraft mit einem Verhältnis 37 zu 34 begonnen. Und innerhalb von sechs Wochen ist das weggeschmolzen wie ein Eisbecher, der in der Sonne steht. Das ärgert mich.“

Lage von Schwarz-Gelb - Offizielles Interview

„Wir haben gewaltige Projekte. Denken Sie an die Energiewende, wo vieles noch nicht gelöst ist. An den Streit um das Betreuungsgeld innerhalb der Union. (...) Das waren alles Dinge, die nicht sehr professionell waren. (...) Das (die Wahlniederlage) war ein gemeinsamer Fehler der ganzen Koalition, CDU, CSU, FDP. (...) (W)ir müssen daraus Konsequenzen ziehen. Ich bin nicht mehr bereit, einfach zur Tagesordnung überzugehen. Wir müssen besser werden, auch in Berlin.“

Lage von Schwarz-Gelb - Nachgespräch

„Wir haben jetzt noch vier Ministerpräsidenten mit FDP-Beteiligung in Deutschland. (...) Wir haben noch sieben Ministerpräsidenten, wenn ich die großen Koalitionen dazutue. Die SPD hat acht. (...) Es zählt dazu jetzt die Europafrage. Das Wachstumspaket in Europa, die Stabilität des Euros, die Inflation, die am Horizont aufscheint, (...) der Schuldenabbau in Deutschland, Umsetzung des Fiskalpaktes. Dies alles wird doch seit Wochen hin und her und rauf und runter diskutiert. Das muss jetzt ein Ende haben. (...) Wissen Sie, was mir so wehtut - weil ich glaube, dass diese Union und die FDP wirklich ein Potenzial haben in Deutschland, um zu regieren. Und wir machen das einfach nicht so gut, dass wir die Zustimmung auch von der Bevölkerung erhalten. Es tut mir leid.“

Röttgens Kandidatur - Offizielles Interview

„Das (Desaster) hatte viele Ursachen in NRW selbst. Zum Beispiel, dass man sich nicht voll für dieses Land entschieden hat. Aber wir müssen Konsequenzen daraus ziehen, auch für unsere Arbeit in Berlin.“

Röttgens Kandidatur - Nachgespräch

„Das war ein ganz großer Fehler. (...) Ja, ich habe mit ihm gesprochen, persönlich und über die „Bild“-Zeitung. Und persönlich hat er mich dann abtropfen lassen. Die Kanzlerin war ja dabei. Im Gegenteil, er hat dann die Medien noch mit dem Argument versorgt, er hätte es uns beiden gezeigt. Und ich habe ihm gesagt: Lieber Herr Röttgen, das ist nicht ihre Privatentscheidung, ob Sie jetzt nach NRW gehen oder nicht. Das trifft die ganze Union. Und wenn Sie das nicht korrigieren, dann wird's uns hart treffen. Und genau so ist es gekommen. (...) Schauen Sie, wer alles aus der Politik davongelaufen ist, obwohl er für vier, fünf Jahre gewählt war. Das hat die Leute schon verstört. (...) Und dann geht ein Kandidat her für das Amt des Ministerpräsidenten und sagt: Ich laufe nicht davon, ich laufe gar nicht hin. Das nehmen die Leute nicht ab.“

Das Wahlergebnis spiegele auch die Irritationen mit der CSU-Europapolitik der vergangenen Jahre wider, zeigte sich der frühere Parteichef überzeugt. So habe die CSU am Ende im Bundestag den Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Euro-Rettung mitgetragen. „Das war im Ergebnis richtig, aber die Krawallrhetorik bis vor der Wahl passte nicht dazu“, kritisierte Huber.

Die CSU war bei der Wahl zum Europaparlament in Bayern von 48,1 Prozent im Jahr 2009 auf 40,5 Prozent abgerutscht. Es war ihr schlechtestes landesweites Ergebnis seit 60 Jahren.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.06.2014, 17:42 Uhr

Entschuldigung, meine sehr geehrten Damen und Herren

Die intelligenten Menschen, die Eigentümer von Ländereien, Häusern, Vermögen werden automatisch die AfD

a) wählen
b) fördern
c) unterstützen

Wer das Volk ausnimmt wie eine Weihnachtsgans und deren Vermögen verplempert, verschenkt, zum Fenster raus wirft, kann der AfD und deren Mitgliedern nicht das Wasser reichen.

Mit rechts hat das gar nichts zu tun, sondern mit logischem denken. Da hilft es auch nicht die gleiche Leiher immer wieder anzuspielen.

In Bayern hat die CSU 15 % verloren. In Rothenburg o.d.T. haben aus dem Stand 9 % die AfD gewählt!

Was bedeutet das? - Leute mit Vermögen und Charakter wehren sich gegen den unbändigen Quatsch der in D und der EU verzapft wird!

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