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11.03.2013

15:28 Uhr

Nach der Niederlage der CDU in Wiesbaden

Verstaubt, steif, konservativ?

VonMaike Freund, Dietmar Neuerer

Bei der OB-Wahl in Wiesbaden verliert schon wieder ein CDUler gegen einen SPD-Mann. Und führt damit einen Trend fort. Doch das liegt nicht nur an der Struktur der Landespartei.

Der ehemalige Oberbürgermeister von Wiesbaden, Helmut Müller (CDU) und die  Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. dpa

Der ehemalige Oberbürgermeister von Wiesbaden, Helmut Müller (CDU) und die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder.

DüsseldorfEs ist ein Knaller: Bei der Stichwahl zur OB-Wahl in Wiesbaden gewinnt der SPD-Herausforderer Sven Gerich (50,8 Prozent) gegen den bisherigen CDU-Oberbürgermeister Helmut Müller (49,3 Prozent). Damit hatte niemand gerechnet –zumindest die beiden Kandidaten nicht. „Ich gebe ganz ehrlich zu: Ich habe das Ergebnis nicht erwartet“, sagt der Verlierer. Und Gerich sagte Handelsblatt Online: „Ganz ehrlich: Mit dem Ergebnis hat doch niemand gerechnet.“

Frankfurt, Stuttgart, Karlsruhe – überall hat die Partei die vergangenen Wahlen verloren, es ist schon fast ein Trend, der sich da abzeichnet. Doch wo liegen die Gründe für die Verliererserie der CDU? Einer der wichtigsten: „Die CDU hat ein Problem, das großstädtische Lebensgefühl zu verkörpern“, sagt Wahlforscher Jens Walther vom Institut für Parteienrecht und Parteiforschung der Uni Düsseldorf Handelsblatt Online. „Es sind vor allem die sozial-ökologischen Themen, die ein urbanes Lebensgefühl ausmachen.“ Zum Beispiel die Themen Integration, Betreuungsgeld und Homoehe.

Doch genau da gibt es auf der Bundesebene Streit. Während sich das Kabinett um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei dem Thema offen zeigt, hält CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt dagegen. Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß vom konservativen Berliner Kreis der Union sagte Handelsblatt Online. „Es wird keine Gleichstellung geben. Und auch der Koalitionsvertrag ermächtigt die FDP zu keinem voreiligen Handeln.“

Die Zankereien haben Folgen – auch für die Kommunalpolitik: „Von der modernen Einstellung Merkels kommt auf kommunaler Ebene nichts an“, sagt Walther. Das liegt natürlich nicht nur an den Streitigkeiten auf Bundesebene. Sondern auch an der jeweiligen Landespartei, die manchmal verstaubt und steif wirkt: „Die Hessische CDU vertritt sehr deutlich ihren traditionell konservativen Markenkern.“

Kommentare (23)

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Scratchpatch

11.03.2013, 15:40 Uhr

Der CDU würde eine schwarz-grüne Koalition gut tun, dann könnte sie sich mal anders präsentieren und die Modernisierer könnten sich besser durchsetzen.
Die Bürger wollen doch schon längst Gleichberechtigung bei der Homo-Ehe, Kitas statt Betreuungsgeld etc.. Es ist ja nicht so, als ob man Mut bräuchte, um das umzusetzen, man muss den Ewiggestrigen z.B. aus Bayern nur mal zeigen, dass sie längst eine Minderheit sind.

allesindgleich

11.03.2013, 15:43 Uhr

Das Problem ist 49,3 zu 50,7% Wahlergebnis => die Parteien sind nahezu gleich, das ist sicherlich kein Wiebadenspezifikum. Und wenn sich die CDU (noch) weiter nach links orientiert, kann sie gleich ganz mit der SPD fusinonieren. Diese Gesamtpartei kann dann noch die FDP, die Grünen und die Linke schlucken und dann willkommen in der Volksrepublik Deutschland (haben wir ja sowieso fast schon). Viele Fremdsprachenkenntnisse erwerben, das schützt vor Altersarmut.

Werteverteidiger

11.03.2013, 15:50 Uhr

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