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26.03.2012

17:20 Uhr

Nach der Saarland-Wahl

Der Pirat in uns

VonOliver Stock

Die wahre Sensation im Saarland ist, dass eine Partei ohne Ziele und ohne Köpfe in den Landtag zieht: Die Piratenpartei entert die Politik. Das ist möglich, weil sie eine Sehsucht bedient: die nach dem mündigen Bürger.

Das Geheimnis der Piraten: Ihr „Kapitän“ erklärt

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Wir verabscheuen Politik dafür, dass sie uns die immergleichen, verlogenen Schauspiele liefert: Heute Morgen zum Beispiel nach der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Frankfurt, bei der sich ein Sozialdemokrat gegen einen CDU-Kandidaten durchsetzen konnte. Die CDU sagte darauf, dass sei alles andere als ein Trend, der Rückschlüsse auf den Ausgang der Landtagswahl in Hessen zulasse. Die SPD sagte, dies sei garantiert jener Trend, der auch für die nächste bedeutendere Wahl gelten werde. Beide Aussagen waren geraten. Jedes Mal war die Hoffnung Vater des Gedankens. Beide hätten sie sich auf die Diskussion gar nicht einlassen sollen.

Wir lieben Politik dafür, dass sie manchmal unberechenbar ist. Zum Beispiel als am Wochenende nach stundenlangem quälenden Prozess endlich mit Joachim Paul ein bis heute völlig unbekannter Medienpädagoge zum Spitzenkandidaten der Piratenpartei im größten deutschen Bundesland gewählt wurde. Paul, der alle Chancen hat, in den nordrhein-westfälischen Landtag einzuziehen, sagt Sätze wie diesen: „Die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes sind systemrelevant.“ Mit Leuten wie Paul und seinen Getreuen könnte uns die Politik vielleicht wieder mehr Spaß machen. Steckt in uns ein Pirat?

Nur wenn wir bereit sind, zu sagen: Die Schwäche der anderen, die sich in einem sich selbst huldigenden Politikbetrieb verloren haben, ist nicht das einzige Argument, das die Piraten stärkt. Die Medienjournalist Klaus Raab hat versucht die DNA der Piratenpartei zu erforschen und dabei Parallelen zur Gründung der Grünen gefunden: Beide haben sie die parteipolitische Landschaft neu vermessen. Die Grünen haben das Nachdenken darüber vorangetrieben, wie wir mit unserer Umwelt umgehen.

Nordrhein-Westfalen: Spitzen-Pirat betont Bildungspolitik

Nordrhein-Westfalen

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Die NRW-Piraten treten mit einem Biophysiker als Spitzenkandidaten zur NRW-Landtagswahl an - der die Grundwerte Respekt und Solidarität in den Vordergrund stellt. Im Interview verrät er, was er darunter versteht.

Die Piraten befördern das Nachdenken darüber, wie wir uns in einer Welt bewegen, die durch Internet, Handy und soziale Netz eine Revolution in der Kommunikation erlebt. Während die Grünen eher konservativ für den Erhalt der Umwelt kämpfen, bewegen sich die Piraten nach vorn und befeuern die Kommunikationsrevolution schon allein dadurch, dass sie alle Mittel, die diese Revolution hervorbringt , intensiv einsetzen: Parteitage gleichen eher einem  Hackertreffen als einer Zusammenkunft von politischen Würdenträgern. Figuren wie der Internet-Raubkopierer Kim Dotcom dürften hier offenere Ohren finden als ein Greenpeace-Chef.

Kommentare (34)

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26.03.2012, 18:04 Uhr

Meine Stimme wird ebenso an die Piraten gehen aber nicht weil ich sie als absoluten Trumpf sehe, sondern als einzig wählbare Alternative zu denen, die dieses Land unter Garantie völlig zerstören und ausmerzen werden: SPD, CDU, Grüne, Linke und wer war das noch? Achso..FDP!!! Für mich gehören diese PArteien längst hinter Gitter.

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26.03.2012, 18:29 Uhr

Die Piraten können es nur besser machen als die etablierten Versagerparteien. Ob konzeptlose Piraten oder Merkel ohne Konzept, das beisst sich nicht! Pardon: Merkel hat ein Konzept, d.h. den Ausverkauf Deutschlands. Honnecker freuts!

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26.03.2012, 19:01 Uhr

Die Piratenpartei hat sehr wohl Inhalt.
Nämlich Bürger direkter an der Politik zu beteiligen.
Schade, daß sowas von den Medien nicht deutlicher erwähnt wird.

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