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23.09.2013

11:56 Uhr

Nach der Wahl

Polit-Farbpalette wird in Hessen neu gemischt

Der Morgen nach der Wahl: Der Krimi ist vorbei, aber der nächste Thriller steht bevor: Die Regierungsbildung wird spannend, niemand rechnet mit einer schnellen Einigung. Die FDP hat nur noch eine Hoffnung: Neuwahlen.

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Schwarz-Gelb in Hessen abgewählt

Video: Schwarz-Gelb in Hessen abgewählt

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WiesbadenNach der krachenden Niederlage der FDP bei der hessischen Landtagswahl zeichnen sich erste personelle Konsequenzen ab. Der Wirtschaftsminister und Landesvize Florian Rentsch forderte am Montag in Wiesbaden einen Rücktritt des gesamten Vorstands und einen Parteitag mit Neuwahlen im November.

Schwarz-Gelb wurde in Hessen abgewählt. Es kam keine neue klare Mehrheit zustande. Alle Parteien suchten am Montag nach Bündnispartnern. Allerdings wurden keine raschen Lösungen erwartet, die Regierungsbildung kann sich über Monate hinziehen.

Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis wird die CDU mit 38,3 Prozent erneut stärkste Partei in Hessen. Die bisher mitregierende FDP rettete sich gegen alle anfänglichen Hochrechnungen mit 5,0 Prozent doch ins Parlament. Für eine Fortsetzung der Koalition reicht das aber nicht. Die SPD legt kräftig zu auf 30,7 Prozent. Die Grünen kommen auf 11,1 Prozent und die Linken auf 5,2. Die eurokritische Alternative für Deutschland holte aus dem Stand 4,0 Prozent. Für einen Machtwechsel braucht Rot-Grün die Linken - die sprichwörtlichen „hessischen Verhältnisse“ sind zurück.

Die bislang mitregierenden Liberalen hatten am Sonntag nur mit knapper Not den Wiedereinzug in den Landtag geschafft. Die Führung der hessischen Liberalen wollte noch am Montagabend über das Wahldesaster beraten.

Sicher ist am Tag nach dem Wahlkrimi in Wiesbaden nur: Die Farbpalette wird neu gemischt. Die Frankfurter Jusos machten sich bereits für eine rot-rot-grüne Regierung stark, Bouffier schließt eine schwarz-grüne Regierung nicht aus, alles ist möglich. Die Spitzen der fünf im Landtag vertretenen Parteien stehen am Montagvormittag in Wiesbaden Rede und Antwort zu ihren Plänen. Der Parteirat der FDP, die nach langem Zittern die Fünf-Prozent-Hürde ganz knapp übersprang, trifft sich in Oberursel.

Eines machte Bouffier bereits klar: Er will auch die kommende Regierung anführen. Die Alternative ist relativ klar: Es gibt eine neue Regierung unter meiner Führung mit einem neuen Partner“, sagte Bouffier am Montagmorgen vor den Sitzungen der CDU-Spitzengremien in Berlin. Die CDU habe in Hessen ein „schönes Ergebnis“ erzielt, aber durch den Einzug der Linkspartei ins Landesparlament „haben wir eine schwierige Situation“, räumte Bouffier ein.

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