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14.05.2016

16:17 Uhr

Nach „Dieselgate“

Grüne fordern Reform der Abgasuntersuchung

Jahr für Jahr zahlen deutsche Kraftfahrer mehr als 600 Millionen Euro, um die Abgase ihrer Autos überprüfen zu lassen. Nach dem Dieselskandal stellen Grünen-Politiker den Sinn infrage – und fordern eine neue Prüfmethode.

Die Abgaswerte dieses Fahrzeugs werden per Luftmessung überprüft – doch viele neuere Modelle werden nur noch am Bordcomputer getestet. dpa

Unsichere Messdaten

Die Abgaswerte dieses Fahrzeugs werden per Luftmessung überprüft – doch viele neuere Modelle werden nur noch am Bordcomputer getestet.

BerlinDeutsche Autofahrer zahlen einem Medienbericht zufolge für gesetzlich vorgeschriebene Abgasuntersuchungen 666 Millionen Euro pro Jahr, obwohl diese Tests keine Aussagekraft mehr besitzen. Das geht aus Berechnungen der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die am Samstag von der „Bild“-Zeitung veröffentlicht wurden. Der Grund sei die festgelegte Messmethode: Bei neueren Modellen werde nur noch der Bordcomputer ausgelesen, nicht aber die Emissionen am Auspuff überprüft.

„Das ist Abzocke“, erklärte Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. „Wir brauchen endlich eine Abgasmessung, die den Namen verdient.“ Statt das Thema weiter auszusitzen und damit das Schummeln der Autoindustrie zu decken, müsse Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) endlich ernsthafte Abgastests einführen.

Die Autoindustrie weltweit steht in Bezug auf Abgaswerte unter verschärfter Beobachtung, seit im Herbst 2015 der Manipulationsskandal bei Volkswagen bekannt wurde. Der Wolfsburger Konzern hatte zugeben müssen, bei rund elf Millionen Fahrzeugen weltweit eine verbotene Software eingebaut zu haben. Sie sorgt dafür, dass bei Tests der Abgasausstoß niedriger angezeigt wird, als er beim normalen Fahren auf der Straße ist.

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Auch der Autobauer Opel gerät in der Abgasaffäre zunehmend in die Bredouille. Nach Berichten über hohe Emissionswerte beim Modell Zafira Diesel prüft die zuständige Zulassungsbehörde offenbar auch einen Rückruf der betroffenen Fahrzeuge. Derzeit würden Tests vorgenommen und Daten des Kraftfahrtbundesamtes ausgewertet, teilte die für die EU-Zulassung des Opel Zafira verantwortliche niederländische Behörde RDW dem Radiosender HR Info mit. Danach werde über mögliche Sanktionen entschieden.

Den Angaben zufolge wäre ein behördlich angeordneter Rückruf eine Möglichkeit. Selbst einen Widerruf der Typzulassung, der gleichbedeutend mit der Stilllegung der betroffenen Autos wäre, schloss die RDW nicht aus. Ein solch weitreichender Schritt sei aber derzeit nicht wahrscheinlich.

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