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16.07.2014

10:41 Uhr

Nach Drogenaffäre

Hartmann lässt Ämter ruhen

Nach dem Skandal und dem Konsum von illegalen Drogen tritt SPD-Bundestagsabgeordneter Michael Hartmann von allen Ämtern zurück. Eine Rückkehr ist allerdings keinesfalls ausgeschlossen, signalisierte er.

Chrystal-Meth statt Krawattennadel: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann zieht sich nach dem Drogenskandal aus allen Ämtern zurück. dpa

Chrystal-Meth statt Krawattennadel: Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann zieht sich nach dem Drogenskandal aus allen Ämtern zurück.

BerlinNach seinem Drogengeständnis lässt der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann seinen Vorstandsposten im Landesverband Rheinland-Pfalz ruhen. Der Landesvorstand nahm am Dienstagabend das Angebot Hartmanns an, alle parteipolitischen Ämter bis zur strafrechtlichen Abklärung ruhen zu lassen, wie die rheinland-pfälzische SPD mitteilte. Danach werde er für sich entscheiden, „ob und in welchem Bereich er weiter politisch arbeiten wird“. Hartmann ist Beisitzer im Landesvorstand.

Hartmann hatte vergangene Woche über seinen Anwalt mitgeteilt, dass er im Herbst 2013 „in geringer eigenverbrauchsüblicher Menge“ die Droge Methamphetamin, auch bekannt als Crystal Meth, konsumiert habe. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Hartmann war wegen der Ermittlungen bereits von seinem Amt als innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion zurückgetreten; der Bundestag hob seine Immunität auf. Bei einer Durchsuchung der Berliner Wohnung Hartmanns wurden aber keine Drogen gefunden.

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Hartmann gesteht Metamphetamin-Konsum

Seine Immunität wurde wegen der Drogenvorwürfe aufgehoben, nun gibt Michael Hartmann einen gelegentlichen Konsum von Metamphetaminen im vergangenen Herbst zu. Nach nur einem Monat habe er aber „endgültig“ aufgehört.

Der rheinland-pfälzische SPD-Landesvorstand erklärte, Hartmann habe „einen großen Fehler offen zugegeben, Reue gezeigt und damit die Grundlage für eine Aufarbeitung geschaffen“. Der Vorstand sicherte ihm „jede mögliche Unterstützung“ zu, verurteilte aber zugleich den Missbrauch von Drogen. „Auch eine psychisch und physisch fordernde Phase kann nie Entschuldigung dafür sein, zum Zwecke der Leistungssteigerung Drogen zu nehmen“. Hartmann hatte der Erklärung seines Anwalts zufolge gehofft, leistungsfähiger zu sein.

Von

afp

Kommentare (2)

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Herr Manfred Zimmer

16.07.2014, 13:35 Uhr

Der Mann zeigt nach seinem Fehltritt Format!

Auch die übrigen Drogensüchtigen im Bundestag sollten sich ein Beispiel nehmen, sich outen und ebenfalls zurücktreten.

Herr Eberhard Steinweg

16.07.2014, 18:35 Uhr

Was fuer ein Laerm um ein bisschen Speed. Das kann man nun wirklich nicht als Drogen-Konsum bezeichnen. Wie viele Diplom-Arbeiten und Promotionen sind unter Speed zusammengeschrieben worden, mit Erfolg.

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