Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2011

22:25 Uhr

Nach Entlassungsschreiben

AI-Generalsekretärin vermutet Mutterschaft als Grund

Vor knapp vier Wochen hat Monika Lüke ein Baby bekommen. Mitten im Mutterschutz erreicht die deutsche Geschäftsführerin von Amnesty International die Nachricht, dass sie gehen soll. Als Grund vermutet sie: das Baby.

Monika Lüke zeigte sich entsetzt. Quelle: dpa

Monika Lüke zeigte sich entsetzt.

BerlinAn der Spitze der deutschen Sektion von Amnesty International ist ein heftiger Streit um Geschäftsführerin Monika Lüke entbrannt. Der Vorstand der Menschenrechtsorganisation will sich nach nur zwei Jahren von der 42-Jährigen trennen. Lüke wurde nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa "mit sofortiger Wirkung" von ihren Aufgaben freigestellt. Lüke reagierte "entsetzt" und bezeichnete den Schritt als rechtlich unhaltbar. Zugleich äußerte sie den Verdacht, dass der wahre Grund ihre Mutterschaft sei. Lüke hat vor kurzem ein Baby bekommen.

Der Vorstand begründete den Schritt mit einem "über die vergangenen Monate zunehmend gestörten Vertrauensverhältnis". "Eine weitere Zusammenarbeit mit ihr erscheint uns nicht mehr möglich", erklärte Vorstandssprecher Stefan Keßler. Derzeit werde nun darüber verhandelt, wie das Arbeitsverhältnis einvernehmlich gelöst werden könne.

Lüke wies diese Darstellung zurück. "Der Brief erreichte mich exakt dreieinhalb Wochen nach der Geburt meiner Tochter, also im Mutterschutz", schrieb die 42-Jährige am Mittwochabend in einer Rundmail, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, an die Mitglieder von Amnesty in Deutschland. In dieser Zeit sei sowohl eine Kündigung als auch eine Suspendierung rechtlich unzulässig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×