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03.06.2014

11:22 Uhr

Nach Erdogan-Besuch

Auch türkischer Oppositionschef kommt nach Deutschland

Wenn es um die Präsidentschaftswahl geht, dürfen auch die in Deutschland lebenden türkischen Wähler nicht vergessen werden. Nach Erdogan kommt nun auch CHP-Chef Kilicdaroglu und will eine Wahlkampfrede in Essen halten.

CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu will eine Wahlkampfrede in Essen halten. Reuters

CHP-Chef Kemal Kilicdaroglu will eine Wahlkampfrede in Essen halten.

IstanbulKurz nach dem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln kommt nun auch der Oppositionsführer in der Türkei für eine Wahlkampfveranstaltung nach Deutschland. Kemal Kilicdaroglu, Chef der säkularistischen Oppositionspartei CHP, will am Samstag eine Rede vor türkischen Wählern in der Essener Grugahalle halten, wie die türkische Presse am Dienstag berichtete. Auch beim Besuch von Kilicdaroglu geht es um die im August anstehende Präsidentschaftswahl in der Türkei.

Türkischer Premier Erdogan kämpft an mehreren Fronten

Korruptionsaffäre

Die Türkei wird seit Mitte Dezember 2013 von einem Korruptionsskandal erschüttert. Die Ermittlungen erstreckten sich auch auf die Familien von Ministern. Es folgte eine „Säuberungswelle“ in Polizei und Justiz, bei der Hunderte Beamte zwangsversetzt wurden.

Proteste

Die Protestbewegung gegen die Regierung dauert im Sommer 2013 wochenlang an. Im Mai räumen Polizisten mit einem brutalen Einsatz ein Protestcamp im Istanbuler Gezi-Park. Es folgen weitere Zusammenstöße auch in anderen Städten. Es gibt Festnahmen und Tote.

Ergenekon-Prozess

Ein Geheimbund namens „Ergenekon“ soll versucht haben, die islamisch-konservative Regierung zu stürzen. Viele der mehr als 270 Beschuldigten müssen für Jahrzehnte ins Gefängnis - darunter Militärs, Politiker, Journalisten und Akademiker.

Alkoholgesetz

Ein umstrittenes Alkoholgesetz tritt im September 2013 in Kraft. Unter anderem ist der Verkauf von Alkohol nach 22.00 Uhr verboten. Die Regierung beschränkt zudem die Werbung für Alkohol. Der Widerstand gegen das Gesetz kommt von Türken, die Erdogan eine Islamisierung des Landes vorwerfen.

Wohnen

Erdogans Kritik an gemeinsamen Studentenheimen für Frauen und Männer löst Ende 2013 Kritik aus. Regierungspolitiker kündigen laut Medienberichten an, gegen gemischte Häuser vorzugehen. Oppositionelle kritisieren eine Einmischung in Privatangelegenheiten.

In Deutschland leben rund 1,5 Millionen türkische Wähler, die bei der ersten Direktwahl des Staatsoberhaupts in der Bundesrepublik ihre Stimmen abgeben können. Erdogan wird sich voraussichtlich als Kandidat der Regierungspartei AKP bei der Wahl am 10. August um das höchste Staatsamt bewerben. Kilicdaroglu und andere Oppositionspolitiker streben derzeit eine Einigung auf einen gemeinsamen Gegenkandidaten an. Die Entscheidung fiel aber noch nicht. Eine Kandidatur von Kilicdaroglu selbst wird nicht erwartet.

Von

afp

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

03.06.2014, 11:50 Uhr

solchge Zustände kann und wird es nur in der Bananenrepublik Deutschland geben.

Solche Nachrichten kann man eigentlich nur mit einen müden lächeln verarbeiten.

Je mehr man dann auch noch über anfallenden Kosten für Sicherheitskräfte usw nachdenkt umso mehr macht man sich selber fertig.

Also wie sagt doch der schöne Werbespot aus dem Mund eines Afrikaners: "Du bist Deutschland"

Account gelöscht!

03.06.2014, 13:31 Uhr

@Sharwes:
Sie wissen gar nichts ! Hauptsache schwadronniert.

Account gelöscht!

03.06.2014, 13:34 Uhr

@ Sharwes und Arn:
Ihr könntet ins Ausland gehen - wenn's hier so schlimm ist.
Das Volk der Dummköpfe (und Stammtischsprüchklopfer) hat keine Nationalität.

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