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17.05.2011

16:53 Uhr

Nach Experten-Bericht

Vier deutschen Atommeilern droht das endgültige Aus

Die Reaktorsicherheitskommission hat teilweise gravierende Mängel an deutschen Atomkraftwerken festgestellt. Der zuständige Minister Norbert Röttgen will daraus nun harte Konsequenzen ziehen.

Einige deutsche Atomkraftwerke sind nicht vor einem Flugzeugabsturz sicher. Quelle: dapd

Einige deutsche Atomkraftwerke sind nicht vor einem Flugzeugabsturz sicher.

BerlinKeines der 17 deutschen Atomkraftwerke ist nach einem Expertenbericht gegen schwerste Flugzeugabstürze gesichert. Das ist eines der herausragenden Ergebnisse eines Berichts der Reaktorsicherheitskommission, den Umweltminister Norbert Röttgen am Dienstag in Berlin vorstellte. Eine Bewertung des umfassenden Berichts sei ihm zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, sagte Röttgen. Er deutete aber zugleich das Aus für vier AKW an, die nicht einmal den Sicherheitsanforderungen für den Absturz eines kleinen Flugzeugs genügen. Röttgen sagte, Biblis A und B sowie Brunsbüttel und Philippsburg I hätten „keine nachgewiesene Sicherheitsauslegung“. Dies werde bei der politischen Bewertung eine wesentliche Rolle spielen. Die vier Meiler erfüllen nicht die niedrigste der drei geprüften Sicherheitsstufen. Röttgen sagte, insgesamt verfügten die sieben ältesten AKW über keinen oder nur einen geringen Schutz. Davor könne die Politik nicht die Augen verschließen. Röttgen betonte, auch die Sicherheit der Zwischenlager werde geprüft.

Geprüft wurde zudem, wie die AKW etwa gegen Erdbeben oder Hochwasser geschützt sind. „Was man den Zusammenfassungen entnehmen kann, ist, dass es ein differenziertes, aber deutliches Ergebnis gibt“, sagte Röttgen.

Nach Angaben des Vorsitzenden der Reaktorsicherheitskommission, Rudolf Wieland, gibt es an vielen Stellen noch Untersuchungsbedarf. Es gebe keine Hinweise, dass derartige Störfälle wie eine ausfallende Notstromversorgung und Notkühlsysteme für deutsche Atommeiler unterstellt werden können. Alle deutsche Atommeiler seien hier deutlich robuster ausgelegt. Es gebe bei allen AKW eine bestimmte Robustheitsreserve.

Röttgen sagte, die Prüfung habe gezeigt, dass es verantwortbar sei, nicht sofort aus der Atomkraft auszusteigen. Es sei kein Argument geliefert worden, nach dem man in Deutschland aus sicherheitsrelevanten Gründen „Hals über Kopf“ aus der Kernenergie heraus müsse. Es bleibe aber bei dem Postulat, so schnell wie möglich einen Weg zu finden, die Kernenergie zu verlassen. Bei den einzelnen Atomkraftwerken seien nun die spezifischen Risiken deutlich geworden. Es gebe etliche Kraftwerke, die in einzelnen Bereichen zwar den höchsten Sicherheitsanforderungen gerecht würden, in anderen aber nicht.

Kommentare (10)

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Diamant

17.05.2011, 13:05 Uhr

War denn etwas anderes zu erwarten, als das man von der Überprüfung keine fundierten Informationen und Daten erwarten durfte? Ich finde nicht wirklich^^

Kalle

17.05.2011, 13:19 Uhr

Na und? Sicherheitsmängel finden "Experten" überall. An Autos, an Flugzeugen, im Krankenhaus. Der Zeitgeist will wohl die Kernkraftwerke loswerden, die Industrie loswerden und den Ökoterrorismus einführen.
Da scheint jedes Mittel recht, auch diktatorische und angstmachende Aktionen. Der Rest der Welt ist nicht so ideologisch verblendet, die Nachbarn bauen weiter Kernkraftwerke, aber wir sind ja schlauer, oder?

Account gelöscht!

17.05.2011, 13:47 Uhr

Eine noch nie dagewesene Volksverdummumung findet derzeit statt.Hypethetische Gefahren gibt es in jedem modernem Kraftwerk,Gaskraftwerke können explodieren Schadensradius dabei ca 1-2km,in Kohlekraftwerken kann es zu Kohlenstaubbränden mit Verpuffungen kommem die einer kleinen Gasexplosion in nichts nachstehen.Alle modernen Kraftwerkgeneratoren werden heutzutage mit Wasserstoffgas gekühlt was hochexplosiv ist.In der Vergangenheit sind bei solchen Wasserstoffexplosionen die Turbinenläufer in ca 1,5km (so ein Teil wiegt teilweise mehr als eine Tonne)Entfernung gefunden worden.Nur mal soviel zum Thema fiktive Sicherheit.Ach es ja gab auch schon Windräder in Deutschtland die den Rotor bzw Teile davon verloren hatten....

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