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14.04.2014

06:51 Uhr

Nach Fall Schavan

SPD will Debatte über Ehrendoktortitel

VonDietmar Neuerer

ExklusivWegen Täuschung wurde Annette Schavan der Doktortitel aberkannt. Jetzt erhielt sie von der Uni Lübeck die Ehrendoktorwürde. Für die SPD Anlass, generell über die Anforderungen an solche Ehrungen nachzudenken.

Der Bund als Gesetzgeber kann die Bedingungen für Ehrendoktorgrade nicht festlegen, das obliegt den Ländern. dpa

Der Bund als Gesetzgeber kann die Bedingungen für Ehrendoktorgrade nicht festlegen, das obliegt den Ländern.

BerlinDie SPD sieht die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Lübeck an die frühere Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) kritisch und fordert eine Debatte über die Anforderungen an solche Auszeichnungen. Die Initiative und die Begründungen für die Vergaben von Ehrendoktorwürden lägen zwar in der Verantwortung der Hochschulen und ihrer Gremien, sagte der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst Dieter Rossmann, Handelsblatt Online. Grundsätzlich gelte aber: „Weniger wäre gewiss mehr. Größere Distanz wäre gewiss wertvoller. Wissenschaftsnähe wäre gewiss hochschulgemäßer.“

Der Bund als Gesetzgeber kann die Bedingungen für Ehrendoktorgrade nicht festlegen, da, wie Rossmann betont, die Gestaltung der Hochschulgesetze in der Verantwortung der Länder liege. Dennoch hält der SPD-Politiker Konsequenzen aus dem Fall Schavan für geboten: „Jenseits aller aktuellen Ereignisse und Widrigkeiten braucht es eine sehr ernsthafte weiterführende Debatte um die Qualitätsanforderungen an wissenschaftliche Arbeiten und Promotionen und darin eingeschlossen auch die Verleihung von Ehrendoktorwürden“, sagte Rossmann.

Schavan war am Freitagabend mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet worden. Damit würdigte die Universität Lübeck den Beitrag, den Schavan 2010 zur Rettung des Medizinstudiengangs geleistet hatte. Als Bundesforschungsministerin hatte sie dem Land damals 25 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich für die Forschung zugesagt. Im Februar 2013 musste sie im Zuge einer Plagiatsaffäre zurücktreten.

Die Hochschule hatte an der Auszeichnung festgehalten, obwohl die Universität Düsseldorf Schavan den wissenschaftlichen Doktortitel inzwischen aberkannt hat. Rossmann sagte dazu, dass Schavan den Rechtsweg in der Plagiats-Auseinandersetzung mit der Uni Düsseldorf nicht weiter bestreiten wolle, „findet meinen Respekt und ist honorig“.

Der Ehrendoktor für Schavan steht dem, was die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) als unverbindliche Richtlinie für solche Würdigungen vorgibt, entgegen – nachzulesen in den „Empfehlungen zur Verhinderung von Unregelmäßigkeiten bei Erwerb und Verleihung akademischer Titel“. Dort heißt es: „Der Grad des Dr. h.c. wird aufgrund wissenschaftlicher Leistungen verliehen.“

Die HRK-Empfehlung stammt von 1994, ist aber nach wie vor gültig, wie ein Sprecher Handelsblatt Online sagte. Allerdings sind die Vorgaben nicht bindend für die Hochschulen. In den Promotionsordnungen der Universitäten wird zum Teil die Möglichkeit eröffnet, den Grad eines Dr. h.c. durch finanzielle Förderungen der Hochschule zu erlangen. Als Voraussetzung für die Vergabe dieses Titels nennen solche Promotionsordnungen beispielsweise „besondere Verdienste um (…)“.

Kommentare (2)

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14.04.2014, 12:04 Uhr

Ehrendoktor für Schavan bringt SPD in Rage!
Annette Schavan hat ihren Doktortitel wegen Täuschung verloren – und erhält nun den Ehrendoktor. Dieser Titel wird normalerweise aber nur für wissenschaftliche Leistungen vergeben. Der Vorgang sorgt deshalb für Empörung.
Doktortitel erhält nur noch ein Mediziner mit Abschluss und Bestandenem EXAMEN.
Alle anderen können ihn nur ehrenhalber verliehen bekommen, wenn sie wirklich etwas Besonderes geleistet haben.
Der Rest der Titelgeilen Menschen, kann ihn nur erwerben für sehr, sehr viel Geld, somit kann jeder seine Eitelkeit befriedigen.
Frau Schavan darf keinen Dr.-Titel mehr erhalten, sie hat kein Anrecht nach allem was sie sich geleistet hat, und wissenschaftlich hat sie meiner Meinung nach, nie Gearbeitet.
Auch der ihr zugeschanzte Vatikan-Posten darf diese Lügnerin und Betrügerin und angeblich praktizierende Katholikin nie antreten, sondern soll gemeinnützige Arbeit verrichten.
Alternativlos.

Account gelöscht!

14.04.2014, 12:14 Uhr

Wenn Frau Shhavan Kreuz hätte , hätte sie den EHREN-Titel abgelehnt ! Aber wer von denen hat schon Kreuz ?

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