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01.02.2012

21:45 Uhr

Nach Festnahme

Neonazi-Terrorhelfer in Untersuchungshaft

Ein weiterer mutmaßlicher Helfer der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle ist in Düsseldorf festgenommen worden. Der 31 Jahre alten Mann habe bereits eine umfassende Aussage abgelegt, so die Staatsanwaltschaft.

Der 31 Jahre alte Carsten S. (Mitte) wurde zu einem Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe gebracht. dpa

Der 31 Jahre alte Carsten S. (Mitte) wurde zu einem Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe gebracht.

Karlsruhe/DüsseldorfDie Unterstützer der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle stehen weiter im Fadenkreuz der Ermittler: Bundespolizisten der GSG neun haben am Mittwochmorgen in Düsseldorf den fünften mutmaßlichen Helfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) verhaftet. Der 31-jährige Carsten S. soll der Terrorgruppe eine Waffe geliefert und so Beihilfe zu sechs Morden und einem versuchten Mord geleistet haben, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Am späten Mittwochabend ordnete der Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe gegen ihn Untersuchungshaft an. Zudem habe Carsten S. umfassend ausgesagt, teilte der Sprecher der Bundesanwaltschaft, Marcus Köhler, mit.

Zeitweilig war Carsten S. den Ermittlungen zufolge der Einzige aus dem NSU-Umfeld, der unmittelbaren Kontakt zur Zwickauer Zelle hatte. Bis 2003 unterhielt Carsten S. Kontakte in rechtsradikale Kreise, wie die Ermittler berichteten. In den darauf folgenden Jahren vollzog der 31-Jährige offenbar einen Sinneswandel. So berichtet der Verein Aids-Hilfe, für den S. seit 2005 arbeitete, dass der mutmaßliche Terror-Helfer zuletzt „offen schwul“ gelebt habe.

Mit der Verhaftung von S. sitzen jetzt bereits fünf mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation in Untersuchungshaft. Insgesamt gibt es in dem Fall mittlerweile 13 Beschuldigte. Gegen mehrere weitere wird ermittelt.

Das mutmaßliche NSU-Mitglied Beate Zschäpe ist seit dem 13. November 2011 ebenfalls in Haft. Die beiden weiteren mutmaßlichen Mitglieder der Terrororganisation, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, waren am 4. November 2011 tot aufgefunden worden. Das Trio wird von der Bundesanwaltschaft für neun Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie für den Mord an einer Polizistin in Heilbronn verantwortlich gemacht.

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