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11.07.2017

15:49 Uhr

Nach G20-Krawallen

Gabriel macht Merkel schwere Vorwürfe

Die Krawalle beim G20-Gipfel in Hamburg sorgen weiterhin für Zündstoff. Nach den Rücktrittsforderungen an Hamburgs Bürgermeister Scholz, reagiert Außenminister Gabriel erbost – und nennt die Union „verlogen“.

Der Außenminister hält die Angriffe aus der Union auf Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz für völlig unangemessen. dpa

Sigmar Gabriel

Der Außenminister hält die Angriffe aus der Union auf Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz für völlig unangemessen.

BerlinAußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat der Union „ein bisher nicht gekanntes Maß an Verlogenheit“ in der Diskussion über die G20-Krawalle vorgeworfen und Bundeskanzlerin Angela Merkel schwere Vorwürfe gemacht. In den Zeitungen der Funke Mediengruppe machte der Vizekanzler deutlich, dass er die Angriffe aus der Union auf den Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) für völlig unangemessen hält. „Wer seinen Rücktritt will – schon die Forderung halte ich für völlig unangemessen – der muss auch den Rücktritt von Angela Merkel fordern“, sagte Gabriel.

Merkel trage die Verantwortung für die Wahl des Gipfelorts. Sie habe damit das „heimliche Ziel“ der Selbstinszenierung kurz vor der Bundestagswahl verfolgt, warf der Stellvertreter Merkels an der Regierungsspitze der Kanzlerin vor. „Die Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte im Wahljahr 2017 in ihrer Heimatstadt Hamburg den G20 Gipfel nutzen, um mit attraktiven Bildern ihr Image aufzupolieren.“ Politisch nannte Gabriel den G20-Gipfel mit Blick auf „die großen Fragen der Menschheit“ wie Krieg, Bürgerkrieg, Flucht, Hunger und Armut einen „totalen Fehlschlag“.

Der frühere SPD-Chef warf der Union vor, ein „doppelzüngiges Schwarze-Peter-Spiel“ zu betreiben. Scholz werde von Bundespolitikern der Union wie Kanzleramtschef Peter Altmaier in Schutz genommen, während die CDU auf Landesebene seinen Rücktritt fordere. Dies sei „infamer und böser Wahlkampf“. Das Verhalten der Union habe das Potenzial dazu, „den Graben zwischen demokratischen Parteien wieder sehr tief auszuheben“, beklagte Gabriel. „Dieser aktuelle Wahlkampf der CDU/CSU gegen die SPD ist geeignet, die politische Kultur auf viele Jahre hin zu vergiften.“

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dpa

Kommentare (15)

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Herr Toni Ebert

11.07.2017, 17:11 Uhr

Ich weiß nur, das alles wäre nicht so gekommen, wenn die weisen Bewohner von HH die Afd gewählt hätten. Aber oky, wer nicht hören will muss fühlen.

Besonders schön finde ich es aber nun, dass die Roten erst die Karre in den Dreck fahren und dann sind (wie immer bei den roten Socken) andere schuld.

Frau Edelgard Kah

11.07.2017, 17:18 Uhr

So,so, Herr Gabriel,

Frau Merkel trägt allein die Verantwortung für die Wahl des G 20 Gipfelortes. Herr Scholz wurde anscheinend gar nicht gefragt, die Kanzlerin hat ihm ihre Wahl des Gipfelortes einfach aufs Auge gedrückt. Herr Scholz hat zwar lauthals protestiert, aber dies hat niemand gehört.. Auch mit der monatelangen Vorbereitung der polizeilichen Sicherungsmaßnahmen hatte Herr Scholz nicht das Geringste zu tun. Auch an den Krawalltagen mit ihren Verwüstungen und Bedrohungen Hamburger Bürger war Herr Scholz völlig unbeteiligt.. Dass er in der Elbphilharmonie gesehen worden sein soll, ist eine platte Lüge.

Herr Peer Kabus

11.07.2017, 17:37 Uhr

Wenn das, was Gabriel jetzt loslässt, mal kein Grund ist, sofort die Koalition fristlos zu kündigen und zügig zu Neuwahlen zu kommen.

Nach Allem, was ich inzwischen weiß, hat die Heimsuchung aus dem Osten den Fehler begangen, sich nicht energisch gegen die turnusmäßige Ausrichtung des G20-Gipfels zur Wehr zu setzen.

Mehr kann der Intelligenzbolzen Gabriel der nicht vorwerfen, wenn es stimmt, dass bis auf Hamburg kein anderes Bundesland sich für den Gipfel zur Verfügung gestellt hat.

Damit wäre dann Scholz der Einzige gewesen, der Hurra geschrien hat. Wie soll sich dann eine Merkel bei der „Auswahl“ gegen einen Einzigen wehren?

Man muss sich fragen, was der rührige Gabriel eigentlich beabsichtigt. Will er Martin, dem Großen, den Wahlkrampf versauen, indem er ad 1 Schulz thematisch immer in seinen Windschatten, der nicht nur wegen der Magen-OP immer kleiner wird, stellt, oder ad 2 der CDU so eine wirksame Wahlkampfhilfe auf dem Tablett serviert?

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