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10.04.2015

11:05 Uhr

Nach Germanwings-Absturz

Politiker halten Berufsverbot bei Depressionen für denkbar

Nach dem Flugzeugabsturz in den französischen Alpen äußerte sich Bayerns Innenminister Herrmann über ein mögliches Berufsverbot für Menschen mit Depressionen. Auch SPD-Mann Lauterbach hält ein Berufsverbot für sinnvoll.

Eine „sorgfältige medizinische Begutachtung“ sei notwendig, so Herrmann, bevor ein Berufsverbot verhängt wird. dpa

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Eine „sorgfältige medizinische Begutachtung“ sei notwendig, so Herrmann, bevor ein Berufsverbot verhängt wird.

BerlinNach dem vermutlich vom Co-Piloten absichtlich herbeigeführten Absturz eines Germanwings-Flugzeugs hält Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ein Berufsverbot für Menschen mit Depressionen für denkbar. Voraussetzung sei eine „sorgfältige medizinische Begutachtung“, sagte Herrmann dem Magazin „Focus“ laut einer Vorabmeldung vom Freitag.

„Wenn diese zum Ergebnis kommt, dass etwa ein Pilot, ein Busfahrer oder ein Taxifahrer dauerhaft nicht mehr geeignet ist, Menschen oder sonstige Güter zu transportieren, ohne dass Gefahr für Leib und Leben anderer besteht, dann kann solchen Personen auch der Führerschein beziehungsweise die Lizenz entzogen werden“, sagte Herrmann.

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Pressekonferenz: Co-Pilot flog "bewusst" in den Tod

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Ähnlich äußert sich der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, gegenüber dem Magazin: „Bei bestimmten Formen der Depression könnte ein Berufsverbot unter bestimmten Umständen notwendig sein.“ Das hänge aber sehr vom Einzelfall ab. „Wenn etwa eine gefährliche Depression klar diagnostiziert wird und sich der Patient einer Behandlung verweigert, wäre ein Berufsverbot die letzte Konsequenz“, sagte der Gesundheitsexperte.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Ingo Ulrich

10.04.2015, 13:56 Uhr

Ich halte auch ein VERBOT bei lobbygesteuerten "Volksvertretern" für DENKBAR und STRAFBAR!!

Eine schlimme Tragödie, aber WIR können uns von solchen TATEN, egal welcher ART, nicht SCHÜTZEN !!!

Das widerwertige ist, das LOBBY-Interessen, wie die ärztliche Schweigepflicht verwässert werden soll und wenige kranke GEHIRNE profitieren !

Das ist schlimmster, kranker Lobbyismus !!!



Herr Terra Incognitta

15.04.2015, 14:46 Uhr

Es wird immer interessanter...
Totalüberwachung ist schon da.
Die Strafpsychiatrie kommt jetzt dazu. Diese entscheidet, wer das Recht aufs Brot und Butter hat, und wer nicht.
Interessant ist, dass „depressiv“ ist eigentlich jeder, wer „mit der Lebenssituation unzufrieden“ ist, und keine Möglichkeit in heutigem Gesellschaftssystem sieht, etwas daran zu ändern.
Also - jeder Regimekritiker ist potentiell Arbeitslos – und das – nach Gesetz. DAS nennt man heute „Rechtsstaat“?! Hauptsache – es ist auf Papier geschrieben worden, egal wie unmenschlich?

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