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07.03.2011

13:02 Uhr

Nach Guttenberg-Abschied

CSU braucht Seehofer als Therapeuten

Mit Guttenberg hat sich der große Hoffnungsträger der CSU verabschiedet. Horst Seehofer steht zum politischen Aschermittwoch vor einer harten Aufgabe: Er muss seine traumatisierte Partei wieder aufrichten.

CSU-Chef Horst Seehofer beim politischen Aschermittwoch 2010. Quelle: APN

CSU-Chef Horst Seehofer beim politischen Aschermittwoch 2010.

München/PassauAlles wie immer und alles anders am Aschermittwoch: „Das ist kein Tsunami, das ist nur eine Westerwelle“, spottete CSU-Chef Horst Seehofer bei der Passauer Kundgebung vor einem Jahr über seinen FDP-Kollegen Guido Westerwelle. Das ist in diesem Jahr ausgeschlossen - denn der Aschermittwoch fällt mit dem Beginn der heißen Wahlkampf-Schlussphase in vier Bundesländern zusammen. Union und FDP wollen und müssen gemeinsam gewinnen. Außerdem ist die CSU soeben selbst von einem Tsunami überrollt
worden. Nach dem Rücktritt des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg muss Seehofer in Passau therapeutisches Talent unter Beweis stellen: Die deprimierte Partei will aufgerichtet werden.

Der politische Aschermittwoch in seiner heutigen Form ist eine Erfindung der CSU - und das christsoziale Modell so erfolgreich, dass es eine Inflation ausgelöst hat. Alljährlich entsenden die Berliner Parteizentralen zum Auftakt der Fastensaison ihre besten Kräfte. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier spricht in Vilshofen, Westerwelle in Straubing, Grünen-Chefin Claudia Roth in Landshut, während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fern von Bayern in Mecklenburg-Vorpommern aufzutreten pflegt. Die FDP lädt inzwischen in sechs Bundesländern zum politischen Aschermittwoch, die SPD allein in Bayern zu 56 Kundgebungen.

Mit Karl-Theodor zu Guttenberg hat die CSU ihren großen Hoffnungsträger verloren. Quelle: dapd

Mit Karl-Theodor zu Guttenberg hat die CSU ihren großen Hoffnungsträger verloren.

Nach Jahren der Krise sprossen in der CSU in den vergangenen Monaten zarte Hoffnungen auf eine Wiedereroberung der absoluten Mehrheit in Bayern. Das führte ein Großteil der Mandatsträger auf einen Mann zurück: Guttenberg. Und eine beträchtliche Zahl von CSU-lern ist überzeugt, dass ohne Guttenberg die Rückkehr zu alter Größe nur schwer oder gar nicht gelingen kann. Seehofer hat den Guttenberg-Faktor immer bestritten - und muss nun die Basis über den Verlust des Mannes hinweg trösten, der sein größter innerparteilicher Konkurrent war. Allerdings gab Seehofer am Sonntag erneut zu verstehen, dass er an Guttenbergs Rückkehr in die Politik glaubt. Guttenberg und seine Familie müssten sich jetzt erst erholen, die CSU werde aber „sicher versuchen, ihn auf die politische Bühne zurück zu holen“, sagte Seehofer im Bayerischen Fernsehen. „Wir werden das auf Dauer so nicht akzeptieren.“

Kommentare (1)

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schaufensterfeeling

09.03.2011, 10:49 Uhr

Pyrrhussieg der Opposition
Ein strahlend junger Held, wurd` herzlos kaltgestellt.
Die nächsten Wahlen zeigen, bald wird es sich erweisen.
Das Volk, es ist verdrossen - und pfeift auf euch Genossen.
Nach heftigem Getöse, beinahe wie im Krieg,
fand jäh die Schlacht ein Ende, mit einem Pyrrhussieg.

Reinhard G. Nießing
Raesfeld (NRW)

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