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09.01.2014

17:49 Uhr

Nach Hitzlsperger-Outing

Ministerin will volle Gleichstellung der Homo-Ehe

VonDietmar Neuerer

ExklusivThomas Hitzlsperger hat mit seinem Outing eine neue Debatte über die Gleichstellung der Homo-Ehe ausgelöst. Die SPD will gesetzliche Änderungen, doch die Union hat das schon in der Koalitionsverhandlungen abgelehnt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: Hitzlspergers Schritt ist „gut, und ein starkes Signal“. Reuters

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig: Hitzlspergers Schritt ist „gut, und ein starkes Signal“.

BerlinNach dem Outing des früheren Fußball-Nationalspielers Thomas Hitzlsperger hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) ihre Forderung nach Gleichstellung homosexueller Paare in Deutschland bekräftigt. „Ich stehe für eine Öffnung der Gesellschaft, insbesondere was die volle Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnerschaften angeht“, sagte Schwesig Handelsblatt Online. „Ich werde weiter dafür werben und mich einsetzen, dass solche Paare nicht benachteiligt werden.“ Zugleich lobte die Ministerin Hitzlspergers Schritt. Es sei „gut, und ein starkes Signal“, dass er sich geoutet habe. „Das macht deutlich: Homosexualität gehört zur Normalität in Deutschland.“

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, forderte die Bundesregierung auf ihrer positiven Reaktion auf das Hitzlsperger-Outing Taten folgen zu lassen. Es freue ihn sehr, dass es die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert begrüßt hat, dass Hitzlsperger seine Homosexualität öffentlich machte. „Daher würde ich mich freuen wenn jetzt die Öffnung der Ehe auch von der Bundesregierung begrüßt und umgesetzt werden würde“, sagte Kahrs Handelsblatt Online. „Dann gibt es Gleichstellung, dann wird nicht mehr diskriminiert.“

Ähnlich äußerte sich der innenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck. „Wer das Coming Out von Hitzelsberger wie die Bundesregierung zu Recht lobt, sollte Vorurteilen in der eigenen Politik abschwören“, sagte Beck Handelsblatt Online. „Also Frau Merkel: Gewähren Sie Lesben und Schwulen endlich Eheschließungsfreiheit. Denn alles andere als Gleichberechtigung ist Diskriminierung.“

Der frühere Nationalspieler Hitzlsperger hatte sich ein halbes Jahr nach Karriereende am Mittwoch als erster prominenter Fußballer in Deutschland überraschend seine Homosexualität öffentlich gemacht. Er hofft, dass er mit seinem Schritt in die Öffentlichkeit „jungen Spielern und Profisportlern Mut machen kann“, sagte der 31-Jährige in einem Video auf seiner Homepage. „Profisport und Homosexualität schließen sich nicht aus, davon bin ich überzeugt.“

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